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Kevelaer
Heimspiel in Kervenheim für De Frau Kühne

Kevelaer: Heimspiel in Kervenheim für De Frau Kühne
Ingrid Kühne begeisterte in Kervenheim. FOTO: Stade
Kevelaer. Die Kabarettistin spricht abseits der Bühne über Heimat, Karneval und den alltäglichen Wahnsinn. Von Wiebke Gosch

Sie hat bereits vor 1500 Menschen im Maritim gespielt, ist mit Comedystars wie Guido Cantz per Du und freut sich, im kleinem Kervenheim vor gut 250 Leuten zu spielen. Der Kabarett-Abend am Donnerstag stellte den Auftakt der Kervenheimer Kirmes dar. Dieses Jahr zusammen mit Ingrid Kühne, besser bekannt als "De Frau Kühne", und ihrem Solo-Programm "Wie war das no(ch)rmal?".

Sie kommt gebürtig aus Aldekerk, hat viele Jahre in Geldern gewohnt und lebt nun in Xanten. Sie weiß also, worüber sie spricht, wenn sie die Winnekendonker im Publikum besorgt fragt, ob die "nach 22 Uhr denn überhaupt noch wieder rein" kommen. Es ist für sie ein echter Abend zuhause.

"Ich glaube alle Termine am Niederrhein laufen so: Hör ma, du kennst die doch, frag die ma, ob die für mich auftritt", erzählt die Kabarettistin am Rande des Auftritts. Geplant war ein "Kleines Interview" mit der Presse, "vielleicht fünf Minuten, wenn das irgendwie möglich ist". Daraus wurde ein wunderbar lockeres Gespräch von 45 Minuten.

Über ihre Auftritte im Kölner Karneval spricht sie mit gemischten Gefühlen: "Im Kölner Karneval zählen Frauen nicht", sagt sie. Doch ihr Erfolg stärkt ihr den Rücken: Für die Karnevalssession 2018 ist sie bereits ausgebucht. Trotz dieses Erfolgs ist sie spürbar auf dem Boden geblieben: wunderbar sympathisch und nahbar, genau so wie auch ihr Programm.

Sie regt sich darüber auf, dass mit "Fairy- dem kleinen Wunder gegen Fett" aus der Werbung keine Kilos zu verlieren sind, und erklärt die magische Anziehungskraft der Tupperware. Kabarett über den täglichen Wahnsinn des Familienlebens, unsinnige Werbung und den nie endenden Krieg mit der modernen Technologie.

Aber ein Kabarett ohne Kritik an der Politik? Ein bisschen was muss sie doch darüber erzählen. "Nein muss ich nicht" stellt Ingrid Kühne klar: "Dann hast du den Politiker im Programm, der hat irgendwo was abgeschrieben, und schon isser wieder raus. Bei mir kommt nix mit Politik rein." Sie macht, worauf sie Lust hat - und trifft damit offensichtlich genau das, was das Publikum in Kervenheim zum Lachen bringt.

Quelle: RP
 
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