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Kranenburg
Die Hoffnung fährt mit

Kranenburg: Die Hoffnung fährt mit
Am Kranenburger Rathaus begann für 115 Menschen, die Reise nach Münster zu ihrer Anhörung. FOTO: K. Stade
Kranenburg. 115 Flüchtlinge sind gestern zu ihrer Registrierung und Anhörung nach Münster gestartet. Altes Zollhaus wurde bezogen. Von Werner Stalder

Al die 21 Tagesordnungspunkte beim elften Runden Tisch in Kranenburg abgearbeitet waren, überraschte Bürgermeister Günter Steins die Teilnehmer mit einem interessanten Vorschlag. Es gibt ein Gartenbauprojekt am Rütterswall mit einem Obstbaumbestand. Der Bürgermeister schlug vor, den der Gemeinde überlassenen Garten von Zugewanderten pflegen zu lassen. Hierfür sollte ein Gartenfreund gefunden werden, der die Koordination dieses Projektes übernimmt "Ich sehe das als eine sinnvolle Beschäftigung und auch als einen Treffpunkt zwischen Zugewanderten und Kranenburgern", sagte er.

Zu Beginn der Tagung hatte die Verwaltung darauf hingewiesen, dass inzwischen das neue Wohnheim in Wyler eröffnet wurde. Zwölf Personen wohnen bereits dort, vier aus Somalia und eine achtköpfige Familie aus Syrien. 12 weitere Personen sind inzwischen in Kranenburg angekommen, davon werden sieben Zugewanderte in Wyler zuhause sein. Aktuell gibt es in Kranenburg 210 Flüchtlinge; 23 Asylbewerber wurden inzwischen anerkannt. 115 fuhren gestern für zwei bis drei Tage von Kranenburg nach Münster zur Registrierung und Anhörung. Fünf Flüchtlinge konnte die Verwaltung nicht ermitteln. Der "Runde Tisch" gab wertvolle Unterstützung und Informationen zum Asylverfahren. Die Teilnehmer wurden über den aktuellen Stand des Integrationskurses in Kranenburg informiert.

Nicole Feige vom NABU stellte ein neues Projekt vor. Eine Gruppe geeigneter Zugewanderter sollen als Gänsekursleiter ausgebildet werden. In Minibussen sollen dann Exkursionen für die Geflüchteten stattfinden. Ziel ist es, den Zugewanderten die hiesige Natur und Kulturlandschaft näher zu bringen. Wie der Koordinator des "Runden Tisches", Friedhelm Kahm, erläuterte, ist auch die Seniorenresidenz Kranenburg an einer Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen interessiert. Mark Bensing vom DM-Markt Kranenburg erläuterte die Preisverleihung der Aktion "Helferherzen" (1000 Euro an den Runden Tisch) am 1. Oktober um 10 Uhr. Alle Aktiven in der Flüchtlingsarbeit in Kranenburg treffen sich nach der Preisverleihung im Ubuntu-Raum. Der Newsletter Nr. 8 und die Homepage "Kranenburg-International" wurden vorgestellt. Im Ankommenszentrum "Ubuntu" können Filmvorführungen in Landessprachen stattfinden. Im Keller von Waldstraße 1 sind Gartenwerkzeuge zur Pflege des Außenbereichs von Häusern, die von Zugewanderten bewohnt werden, vorhanden. Im Internetcafé können Bewerbungsflyer erstellt werden. Über die Errichtung eines Repaircafes wurde informiert. Dazu werden auch interessierte Kranenburger gesucht, denen es Freude macht, Defektes wieder in Ordnung zu bringen. Die Offene Sprechstunde der AWO (donnerstags von 15 bis 17 Uhr) wird in Kranenburg sehr gut angenommen. Es gibt auch erste Zeichen einer Zusammenarbeit in Form eines Theaterprojektes mit der Heimvolkshochschule, Wasserburg Rindern. Zukünftig ist ein monatlicher kultureller Beitrag aus den Ländern der Zugewanderten geplant. Der nächste "Runde Tisch" trifft sich am 30. November um 17.30 Uhr im Ratssaal.

Quelle: RP
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