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Kleve/Kranenburg
Von Neuseeland an den Niederrhein

Kleve/Kranenburg: Von Neuseeland an den Niederrhein
Studentin Natalie Ahlborn (20) aus Neuseeland hat beim Reitstall Eckermann beste Bedingungen, um ihrem Hobby nachzugehen. FOTO: Gottfried Evers
Kleve/Kranenburg. HRW-Studentin Natalie Ahlborn fand nicht nur schnell ein Zimmer in Kleve, sondern auch einen Reitstall für ihr Hobby. Von Werner Stalder

Im Traum hätte sie nicht daran gedacht, dass sie ihre Leidenschaft, den Pferdesport, über eine Entfernung von fast 19.000 Kilometern jemals ausüben könnte. Natalie Ahlborn (20) wohnt in einem kleinen Dorf mit zehn Häusern in Hawkes Bay, einer Region auf der Nordinsel Neuseelands. Vor kurzem hat sie am Standort Kleve der Hochschule Rhein-Waal den englischsprachigen Bachelorstudiengang Bioengineering, der die vielfältigen Aspekte der Biotechnologie fundiert vermittelt, gestartet. "Hier studiere ich kostenlos, in Neuseeland zahlt man 12.000 Dollar", sagt sie.

Nachdem der Nütterdener Theo Elbers sechs neue Wohnungen in der Kavarinerstraße für Studenten annonciert hatte, kam der erste Anruf aus Neuseeland. Die Mutter von Natalie mietete ungesehen eine Wohnung für ihre Tochter. Bei einem ersten Besuch sah Gerüstbauunternehmer Elbers zahlreiche Pferde-Siegerschleifen im Zimmer der Studentin, und es stellte sich heraus, dass sie in Neuseeland bei regionalen Titelkämpfen in jungen Jahren äußerst erfolgreich war. Elbers vermittelte die junge Frau zum Reitstall Eckermann in Kranenburg. Dort kann sie in ihrer Freizeit ihrem Hobby nachgehen. In Kranenburg bewegt sie den Wallach "Sir Sandro". Otmar Eckermann, der selbst erfolgreicher Springreiter war, hatte erkannt: "Sie sitzt sehr schön auf dem Pferd", sagte er. Der Gast aus Neuseeland war begeistert: "Es ist unglaublich, auf welch hohem Niveau hier geritten wird."

Theo Elbers zeigte mit Mutter und Tochter das Klever Land, man besuchte den Bauernmarkt bei Haus Riswick und besichtigte das Landwirtschaftszentrum. Auch beim Speetenhof in Mehr gab es einen Besuch und dazu einen Nebenjob für die Studentin in der Produktion.

Natalie war schon mit zehn Jahren mit Pferden vertraut. Bevor sie nach Kleve kam, war sie ein Jahr Bereiterin von Siegfried Stemmann in Hamburg. Ihre Mutter wurde im Harz geboren. Sie bewirtschaftet mit den beiden anderen Töchtern (16 und 18 Jahre) die Farm mit 400 Schafen und 13 Hektar Apfelplantagen. Bevor sie zurückflog, kaufte sie in Frankreich neue Schafe.

Nicht nur das Reiten ist für die 20-Jährige die schönste Nebenbeschäftigung, sondern sie möchte in Deutschland auch den Jagdschein machen. Auch da öffnete Elbers die Türen. Nach einem Gespräch mit dem Revierförster Joachim Böhmer wird sie an der Ausbildung zur Jägerprüfung bei der Kreisjägerschaft Kleve teilnehmen. "In Neuseeland wird viel gejagt", sagt sie, "Hasen, Kaninchen, Wildschweine, Rehe und Hirsche, auch Wildziegen". Dazu käme man bei der Jagd in die Natur. Nach drei Studienjahren wird Natalie Ahlborn in ihre Heimat nach Neuseeland zurückkehren. Schon heute hat sie viele Freunde in Deutschland gefunden. Und obwohl sie mit Pferden groß geworden ist, kann sie von dem früheren Trainer Otmar Eckermann in Kranenburg noch viel lernen. Theo Elbers hat inzwischen eine Einladung nach Neuseeland erhalten. Wer weiß, vielleicht wird er dort seine Mieterin als qualifizierte Reiterin, Jägerin und Biotechnologin wiedersehen.

Quelle: RP
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