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Kleve
Warten auf den Niers-Express

Kleve: Warten auf den Niers-Express
FOTO: Evers
Kleve. Die Fahrgäste sind mit dem RE 10, der von Kleve nach Düsseldorf pendelt, zunehmend unzufrieden.

Nimmt Susanne de Lasberg den Niers-Express (RE 10) zur Arbeit, steigt sie eine halbe Stunde früher ein als nötig. "Von drei Fahrten die ich in der Woche mache, ist eine zu spät", zieht sie Bilanz. Manchmal sei der Zug bis zu 40 Minuten im Verzug oder falle ganz aus, sagt die Pendlerin, die in Goch zusteigt. Besonders ärgerlich sei, dass am Bahnhof die Verspätung meist erst angezeigt wird, wenn der Zug bereits hätte eintreffen sollen. "Anschließend steht immer 'fünf Minuten Verspätung' an der Anzeigentafel - egal, wann er wirklich kommt." Darauf einstellen könne sich de Lasberg also nie.

Auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kritisiert die Qualität des Niers-Expresses in einer Mitteilung als "weiterhin nicht zufriedenstellend". Dabei pendeln 19.000 Menschen pro Werktag mit der Linie zwischen Kleve und Düsseldorf. Laut VRR gibt es Fahrgastbeschwerden insbesondere im Bereich Pünktlichkeit, Fahrgastinformationen im Störungsfall sowie Zustand der technischen Einrichtungen im Zug. "Zu Verspätungen kommt es aufgrund von infrastrukturellen Störungen und nicht besetzten Stellwerken sowie durch Mitarbeiterausfall bei Nordwestbahn und Fahrzeugstörungen", sagt ein VRR-Sprecher.

Die Situation konnte auch durch vier zusätzliche Fahrzeuge nicht wirklich verbessert werden. Der VRR hätte die Deutsche Bahn als Trasseneigentümer sowie die Nordwestbahn als Betreiber bereits Anfang des Jahres aufgefordert, die Situation zu verbessern. Mittlerweile hätte es jedoch Gespräche mit politischen Vertretern gegeben. Darin teilten die Betreiber mit, welche Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation führen könnten: etwa regelmäßige Abstimmungsgespräche und eine engere Zusammenarbeit der beiden Häuser. Bei den Abstimmungen gehe es um den regelmäßigen Austausch bezüglich der Betriebslage auf der Linie und um die zu treffenden Maßnahmen, sagt der Sprecher des VRR.

Viele der aktuellen Probleme sind nicht neu für die Fahrgäste. Bereits im vergangenen Jahr hatten Pendler häufig Probleme mit ausfallenden Heizungen - Ursache war, dass immer wieder einer der beiden Motoren der Triebwagen ausfiel -, fehlenden Durchsagen bei Zugausfall sowie Verspätungen (RP berichtete). Auch heute bemängeln die Mitfahrer neben der fehlenden Pünktlichkeit auch die Technik in den Wagen. "Häufig sind beim Zug die Türen defekt", sagt Pendlerin Susanne de Lasberg. Eine Gruppe älterer Reisender bemängelt, dass die Klimaanlage nicht passend eingestellt sei. "Es fröstelt uns sehr im Abteil", sagt eine Reisende.

Laut VRR habe sich die technische Qualität im Vergleich zum Vorjahr jedoch verbessert. Die Fahrzeuge seien nachgebessert worden, sagt ein Sprecher. Jetzt soll das Service- und Sicherheitspersonal in einigen Zügen ab 16 Uhr in doppelter Besetzung mitfahren, um die Situation zu verbessern. Zudem ist für die Zukunft geplant, die Bahnübergänge auf einen signalgesteuerten Betrieb zu bringen, heißt es.

Die veraltete Technik, etwa an Bahnübergängen, wird seit Jahren kritisiert. "Sie ist uralt", sagt Lothar Ebbers, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Für den aktuellen Pendlerverkehr sei sie nicht ausgelegt. Er spricht sich für eine Elektrifizierung des Verkehrsweges aus.

VON LENA KÖHNLEIN

Quelle: RP
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