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Ein Leben mit und für den Tango

Ein Leben mit und für den Tango
Die Hauptdarsteller Melody Celatti (Giselle), Dabel Zanabria (Gaudencio, l.) und Esteban Domenichini (Lorenzo) posieren vor dem Kölner Dom. FOTO: Patric Fouad
Köln. Vom 15. bis zum 20. August ist das Tangomusical "Tanguera" zu Gast in der Kölner Philharmonie. Im Interview berichten die drei Hauptdarsteller, was das Publikum beim Sommerfestival erwarten kann. Von Stephan Eppinger

Köln Das Tangomusical "Tanguera"ist vom 15. bis zum 20. August im Rahmen des Sommerfestivals zu Gast in der Philharmonie. Es erzählt den schicksalhaften Leidensweg der schönen Immigrantin Giselle, der mit ihrer Ankunft im Hafenviertel von Buenos Aires seinen Lauf nimmt. Verführt vom kriminellen Gaudencio und geliebt vom tapferen Hafenarbeiter Lorenzo entspinnt sich in der spannungsgeladenen Sprache des Tango ihre Geschichte. Vor dem Festival waren die Hauptsolisten Melody Celatti, Dabel Zanabria und Esteban Domenichini zu Gast in Köln.

Gibt es in der Show Veränderungen?

Dabel Zanabria Die Choreographie und die Musik können nicht verändert werden. Aber durch die neue Besetzung bei der Rolle der Giselle durch Melody Celatti verändert sich die Show natürlich trotzdem. Alles wird auf sie abgestimmt. Das bringt neuen Wind in die Show.

Wie hat sich der Tango in Argentinien im Laufe der Jahre verändert?

Zanabria Der Tango entwickelt sich immer weiter. So war es früher üblich, mit der Hand zu führen. Heute wird der gesamte Oberkörper genutzt, um zu führen. Auch die Rolle der Frau im Tango hat sich verändert. Früher hatte der Tanz einen machoartigen Charakter. Er betonte die Rolle des Mannes, der die Frau führt. Heute haben Frauen im Tango mehr Freiheiten und auch deutlich mehr Selbstbewusstsein.

Domenichini Im Tango gibt es eine große Vielfalt. Es gibt verschiedene Tangostile und immer wieder kommen neue hinzu oder Stile verbinden sich mit den anderen und lassen so etwas Neues entstehen.

Wie sind Sie selbst zum Tango gekommen?

Celatti Ich habe mit zehn Jahren einen Film zum Tango gesehen, der mich total begeistert hat. Mich haben die Bewegungen, die Kostüme und der Ausdruck dieses Tanzes fasziniert. Mit 15 habe ich dann begonnen, in den Clubs zu Tanzen und habe dort auch den Kontakt zu einem Tangolehrer bekommen, der mir die ersten Schritte beigebracht hat. Später hat sich daraus dann die Profikarriere ergeben.

Was bedeutet der Tango für Sie?

Melody Celatti Wir leben mit dem Tango. Wir stehen mit ihm auf und gehen mit ihm zu Bett. Außerdem geben wir Tangoklassen und gehen abends auch privat Tango tanzen.

Esteban Domenichini Seit der Tango zum Weltkulturerbe erklärt worden ist, erlebt er in Argentinien einen unglaublichen Boom. Auch Jugendliche entdecken diesen Tanz wieder für sich. Er ist aktueller denn je und die Zahl der aktiven Tänzer schnellt deutlich nach oben. Der Tango bietet für Menschen auch die Chance, aus der Isolation auszubrechen, in die sie sich durch Computer und Fernsehen begeben haben. Der Tango öffnet Türen für zwischenmenschliche Kontakte. Man kann sich umarmen und berühren.

Welche Bedeutung hat Tanguera für den Tango?

Domenichini Mit Tanguera wurde etwas Neues für den Tango geschaffen. Das Musical ist ein Sinnbild dafür, dass sich der Tango verändern darf. Anfangs wurde das in Buenos Aires kritisch beäugt. Inzwischen ist das nicht mehr der Fall. Tanguera war wichtig für die Entwicklung.

Welche Beziehung haben Sie zu Köln?

Zanabria Köln ist ein wichtiger Platz für Tanguera. Wir hatten hier ein Publikum, dass gar nicht mehr aufhören wollte mit dem Applaus. Das sind schöne Erinnerungen und deshalb freuen wir uns sehr auf die Rückkehr in diesem Sommer. Service Tanguera, 15. bis 20. August in der Kölner Philharmonie, Karten: Tel. 0221/280 280. Weitere Informationen zum Gastspiel und zum Sommerfestival gibt es unter: www.koelnersommerfestival.de

Quelle: RP
 
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