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Korschenbroich
Jetzt herrscht Blütezeit im Pfingstrosen-Paradies

Korschenbroich. Für Stephan Tetzlaff läuft die Pfingstrosen-Zeit erst jetzt so richtig an. Gemeinsam mit seinem Sohn erklärt er den Anbau. Von Marion Lisken-Pruss

Sie heißen "Duchesse de Morny", "Reine Elisabeth" und "Contessa": Hinter diesen kapriziösen Namen verbergen sich nicht etwa adelige Damen, sondern aufblühende Pfingstrosen. Und die präsentieren ihre ganze Schönheit im Schaugarten des Pfingstrosen-Paradieses Tetzlaff in Pesch. Die gelben, dunkelroten und rosafarbenen, teils gefüllten Blüten der Rosen verströmen einen zarten Duft - betörender kann Frühling kaum riechen. Manche stehen in voller Blüte, andere öffnen ihre Knospen nur zögerlich und wieder andere wachsen zu zwei Meter hohen Sträuchern heran. "Das liegt an der Art", erläutert Max Tetzlaff (20).

Er ist der Sohn des Firmengründers Stephan Tetzlaff - und steigt gleich tief in die Thematik ein: "Es gibt drei unterschiedliche Arten von Pfingstrosen oder Paeonien, wie ihr botanischer Name lautet." Die Staudenpaeonien oder Bauernpfingstrosen, deren oberirdische Triebe im Herbst absterben; die edleren Strauchpaeonien, die zu einem Strauch heranwachsen und im Winter nur ihr Laub verlieren, während das Holz stehen bleibt; und schließlich die nach dem Japaner Toichi Itoh benannten Itho-Hybriden. Er hat Strauch- und Staudenpfingstrosen miteinander gekreuzt und die Blüten der Strauch- mit dem Wuchs der Staudenpfingstrosen kombiniert. "Für die Vase eignen sich aber nur die Staudenpfingstrosen", erklärt Max Tetzlaff. Die blühen später als die Strauchpaeonien.

So beginnt für Stephan Tetzlaff die Pfingstrosenzeit zwar schon Ende April, doch die Schnittblumensaison setzt erst zwei Wochen später ein. Gleich neben dem Schaugarten erstreckt sich das riesige Feld voller Staudenpfingstrosen, die nur darauf warten, geschnitten zu werden. "Obwohl der April viel zu kalt war, konnten wir pünktlich zu Pfingsten die ersten Rosen schneiden. Mittlerweile stehen alle in voller Blüte, und im Pfingstrosen-Paradies herrscht Hochbetrieb. Sohn Max ist inzwischen wieder ins Allgäu gereist, wo er eine Lehre als Staudengärtner absolviert: In der Staudengärtnerei Gaissmayer in Illertissen, die auch vielen Staudenliebhabern am Niederrhein ein Begriff sein dürfte. Dass er einmal den elterlichen Betrieb übernehmen möchte, steht für den jungen Mann schon fest. Die eigentliche Arbeit im Pfingstrosen-Paradies geht erst richtig los, wenn die Schnittblumensaison vorbei ist. Denn die Hauptpflanzzeit liegt im Herbst, auch wenn getopfte Pfingstrosen theoretisch das ganze Jahr über gepflanzt werden können.

Bis zum Herbst werden die Stauden ausgegraben, geteilt und für den Verkauf vorbereitet. Kleinere Rosen werden wieder eingepflanzt, damit sie in zwei Jahren verkauft werden können. Wer eine Pfingstrose erwirbt, tätigt übrigens eine Investition fürs Leben: Einmal am richtigen Standort gepflanzt, können sie bis zu 100 Jahre alt werden.

Info Kleinenbroicher Straße 85 in Pesch. Bis zum Saisonende am 5. Juni, jeweils samstags und sonntags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Quelle: NGZ
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