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Krefeld
IHK-Vergleichsstudie: Krefeld verliert an Boden

Krefeld. In der Studie wurde der IHK-Bezirk anhand von 24 volkswirtschaftlichen Indikatoren mit anderen deutschen Regionen verglichen. Von Norbert Stirken

Als "wenig erfreulich" bezeichnet Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, die Arbeitsmarktlage und das Wirtschaftswachstum in Krefeld im Vergleich zu anderen Standorten. "Das Bruttoinlandsprodukt ist in Krefeld seit 2007 nominal zurückgegangen", erklärt er. Die Arbeitslosenquote war im Jahresdurchschnitt 2016 sogar höher als in Mönchengladbach. Vor einigen Jahren lag Mönchengladbach noch zwei Prozentpunkte über dem Krefelder Wert. "Das hat auch damit zu tun, dass in Krefeld jahrelang keine vorausschauende Gewerbeflächenpolitik betrieben wurde", erklärt Steinmetz. Dabei sei Krefeld aus seiner Sicht eigentlich ein hervorragender Wirtschaftsstandort.

"Die Seidenstadt benötigt Gewerbeflächen. Bezüglich des geplanten interkommunalen Gewerbegebiets mit Meerbusch müssen verbindliche Verabredungen getroffen werden, damit in die konkrete Planung eingestiegen werden kann", erklärt Steinmetz. "Der erste Spatenstich sollte 2025 sein." Positiv schneidet Krefeld bei der Einzelhandelszentralität ab. Das heißt: Die Stadt - speziell die Geschäfte in der Innenstadt - zieht immer noch Kaufkraft aus dem Umland an. Insgesamt entwickelt sich der Wirtschaftsstandort Mittlerer Niederrhein weniger dynamisch als vergleichbare Regionen. Bei wichtigen volkswirtschaftlichen Kennzahlen wie der Arbeitslosenquote und dem Wirtschaftswachstum liegt der Mittlere Niederrhein hinter deutschen Spitzenregionen und sogar hinter dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt zurück. Dies zeigt die Analyse "Der Mittlere Niederrhein im Regionenvergleich", die die IHK Mittlerer Niederrhein jetzt vorgestellt hat.

In der Studie wurde der IHK-Bezirk - Mönchengladbach, Krefeld, Rhein-Kreis Neuss und Kreis Viersen - anhand von 24 volkswirtschaftlicher Indikatoren mit anderen deutschen Regionen ähnlicher Größe verglichen. "Wenn wir mit deutschen Spitzenregionen mithalten wollen, müssen wir allerdings die Standortbedingungen für die Wirtschaft weiter verbessern. Die Region kann mehr", urteilt Steinmetz. Es gebe eine Reihe von Indikatoren, die Mut machten. So zeichnet die Unternehmen am Niederrhein eine überdurchschnittliche Produktivität aus. "Das bedeutet, dass die Betriebe effizient arbeiten und gut aufgestellt sind", betont er. Die IHK fordert eine stetige Weiterentwicklung der guten Verkehrsinfrastruktur in der Region, um die Internationalität der Wirtschaft als wichtige Stärke des Standorts zu erhalten.

Ambivalent ist das Bild bei der Lage auf dem Arbeitsmarkt. "Die Beschäftigtenzahl steigt, und die Arbeitslosigkeit sinkt", erläutert Steinmetz. "Im Schnitt war die Entwicklung in den Vergleichsregionen sowie in Deutschland insgesamt allerdings noch besser." Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit am Mittleren Niederrhein ist sogar höher als in NRW. Auch im Bereich "Öffentliche Haushalte" beschreibt die IHK-Studie Licht und Schatten. Bei den Indikatoren "Realsteueraufbringungskraft" und "gemeindliche Steuerkraft" liegt der Mittlere Niederrhein im Mittelfeld.

Quelle: RP
 
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