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Yves Chopelin feiert Jubiläen
Krefelds erster Sternekoch kam vor 30 Jahren

Krefeld: Die besten Restaurants 2013
Krefeld: Die besten Restaurants 2013 FOTO: RPO
Krefeld. Seit 50 Jahren steht Yves Chopelin am Herd. Vor drei Jahrzehnten kam der Franzose als Sternekoch nach Krefeld ins Restaurant Korff. Von Jochen Lenzen

Einer der besten Köche Krefelds feiert in diesem Jahr gleich drei Jubiläen: Yves Chopelin hat vor 50 Jahren seine Lehre begonnen und ist vor 30 Jahren mit seiner Frau Anita in die Seidenstadt gekommen. Gefeiert werden die runden Jahresfeste am Samstag und Sonntag, 29. und 30. Juni, mit dem zehnten Sommerfest am Rhein, was ein drittes kleines Jubiläum bedeutet. Das Restaurant im Haus der Uerdinger Casino-Gesellschaft führen die Chopelins – inzwischen auch mit Sohn Bastien als Restaurantleiter und Schwiegertochter Inas als Servicekraft – seit nunmehr zwölf Jahren.

Seinen guten Ruf verdankt der heute 63-Jährige nicht zuletzt der Tatsache, dass er 1976 als 26-jähriger Küchenchef von Jean-Claude Bourgueil die Waliser Stuben in Düsseldorf und damit zwei Michelin-Sterne übernahm, die er vier Jahre lang gehalten hat. Dann eröffnete er 1980 mit einem Kollegen das "Chopelin" in Mönchengladbach, wo er zwei Jahre später wieder mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde.

Dass Yves Chopelin überhaupt nach Deutschland kam, lag an der Freude, die der nahe Chartres geborene Franzose während seiner Militärzeit in Schwaben an diesem Land gefunden hatte. Dort hatte er auch seine Frau kennengelernt, die er 1974 – da arbeitete er im Pariser Hotel Sofitel – in Frankreich heiratete. Nach zwei Jahren als Küchenchef in Chinon an der Loire überredete er dann 1976 seine Frau, nach Deutschland zu ziehen.

Als die Geschäftspartnerschaft in Mönchengladbach 1983 in die Brüche ging, kamen die Chopelins vor 30 Jahren nach Krefeld ins Restaurant Korff. Dort schaffte es der Sternekoch, innerhalb von sechs Jahren die Nachfrage so zu steigern, dass die Zahl der Köche von drei auf sechs erhöht werden musste. 1989 übernahm er das Restaurant für sechs Jahre als Pächter, bevor er 1995 bis 2001 den St. Urbanshof am Ostwall führte. "Dort ging das Geschäft im Laufe der Jahre durch die abnehmende Qualität der Umgebung und auch wegen der fehlenden Außengastronomie und des Mangels an Parkplätzen zurück, so dass wir uns nach etwas Neuem umsehen mussten", blicken die Chopelins zwölf Jahre zurück.

Casino gefiel Chopelin nicht

"Ich hatte mitbekommen, dass die Pacht meines Vorgängers im Casino Uerdingen ausläuft und nahm Kontakt mit der Casino-Gesellschaft auf. Als wir dann hier Essen waren, um uns das Haus anzusehen, gefiel es uns überhaupt nicht und entschieden uns gegen eine Pachtübernahme" berichtet der Kochkünstler.

Ein halbes Jahr später meldete sich die Casino-Gesellschaft schließlich wieder und erklärte sich bereit zu investieren. "Wir bekamen einen gewissen Betrag, den wir zu einem Teil für die Erneuerung der gastro-technischen Ausstattung ausgeben mussten; den Rest konnten wir für die Einrichtung nach unserem Geschmack verwenden." Ostern 2001 eröffneten die Eheleute ihr Restaurant im Casino, das sie seit einigen Monaten unter dem Slogan "Chopelin – Der frische Franzose" führen.

Hier kocht Yves Chopelin, gemeinsam mit fünf weiteren Köchen, eine grundsätzlich saisonale, leichte Küche mit französischen, deutschen und asiatischen Einflüssen. Sehr gut angenommen wird ein Amuse-Bouche-Menü, das Chopelin seit einem guten Jahr im Bistro anbietet: je drei kleine Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts mit einem Glas Wein für unter 20 Euro. Während im Restaurantteil anspruchsvollere Küche geboten wird, gibt es im Bistro einfachere Gerichte zu entsprechenden Preisen. Restaurant und Bistro sind mittags und abends geöffnet, laufen also – mit Ausnahme des Samstags – parallel. Sonntags und montags wird nur für Gesellschaften geöffnet.

(RP/rl/anch)
 
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