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Krefeld
Ostwall-Glasdach: Stadt muss auf sommerliches Wetter hoffen

Der Baufortschritt an der Ostwallhaltestelle
Krefeld. Die komplizierte Konstruktion kann bei Herbststurm und Winterkälte nicht installiert werden. Von Sebastian Peters

Beim Bau des Glasdaches der neuen Ostwallhaltestelle gibt es ein nicht zu unterschätzendes Risiko: Wie der Architekt der Glasdachkonstruktion, Gerd Gröschl vom Büro Stefan Schmitz bda aus Köln, gestern unserer Redaktion mitteilte, können die Glasdachelemente sowohl bei Sturm als auch bei Eis nicht montiert werden. "Wir hoffen, dass es noch sommerlich bleibt in Krefeld. Ein früher Wintereinbruch oder starke Herbststürme wären kontraproduktiv." Im Extremfall könnte das Glasdach also erst nach dem Winter fertig werden. Voraussetzung für die rechtzeitige Fertigstellung des Daches sei außerdem, dass alle Zulieferfirmen rechtzeitig liefern. "Das ist im Moment der Fall", sagt Gerd Gröschl.

Architekt Gerd Gröschl (r.) aus Köln mit Krefelds Tiefbauamtsleiter Hartmut Könner auf der Baustelle. FOTO: Thomas Lammertz

Der Handel bangt - die Stadt hatte ursprünglich versprochen, dass nur ein Weihnachtsgeschäft von der Ostwallbaustelle tangiert sei. Dieses Versprechen wird nicht zu halten sein. Nach bisherigem Stand wird das Glasdach erst mitten im Weihnachtsgeschäft fertig, die Bahnen fahren erst wieder am Tag vor Heiligabend über den Ostwall.

120 Meter ist die Glasdachkonstruktion lang, die Stahlträgerelemente sind bereits aufgestellt. Das Büro von Gröschl hat auch in anderen Städten wie Montabaur und Bonn bereits Glasdächer geplant - diese sind aber nur etwa halb so lang und breit wie das Krefelder Glasdach am Ostwall. "Wir bauen hier ein Unikat", sagte gestern Krefelds Tiefbauamtsleiter Hartmut Könner, der betont, dass mit den aktuell rund vier Wochen Verspätung der Zeitverzug für ein 20-Millionen-Projekt noch äußerst gering sei. "Wir setzen alles daran, vor Weihnachten fertig zu werden."

Hauptgrund für die Verzögerung ist nach Darstellung Gröschls eine spätere Genehmigung durch das NRW-Bauministerium. Zwar hatte eine Firma nachweisen können, dass die Trägerkonstruktion hält. Diese Firma gewann aber bei der Ausschreibung nicht, stattdessen bekam die spanische Firma Bellapart den Zuschlag. Deren Subunternehmen für die Glasdachfertigung musste dann eigene Nachweise vorlegen. Die Genehmigung durch das Ministerium kam dann im Mai. Erst danach begann die Produktion der Glaselemente in Salzwedel - die einzelnen Glaselemente werden nach Spanien in einen Ort am Rande der Pyrenäen gefahren, dort verklebt und per Lkw wieder nach Krefeld gefahren. Gröschl rechnet mit zehn bis zwölf Lkw-Fahrten. Drei Scheiben pro Tag können in Spanien verklebt werden, weshalb auch dieser Prozess dauert. Gröschl hofft dennoch, dass noch im September die ersten Glasscheiben geliefert werden können. Auch Hartmut Könner ist zuversichtlich: Bellapart sei ein angesehenes Unternehmen, habe zuletzt auch eine Aussichtsplattform für den Eiffelturm in Paris gebaut.

Quelle: RP
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