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Krefeld
Pakistani soll Landsmann mehrfach misshandelt haben

Krefeld. Wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Ausbeutung muss sich ein Geschäftsmann aus Krefeld derzeit vor dem Schöffengericht verantworten. Vier weiteren Angeklagten wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen.

Das Verfahren gegen einen weiteren mutmaßlichen Täter wurde gestern abgetrennt. Auf ihn hatte das Gericht schon am ersten Verhandlungstag vergeblich gewartet. Er soll untergetaucht sein und sich in Indien aufhalten.

Dem Geschäftsmann wird vorgeworfen, einem Landsmann aus Pakistan zur Einreise nach Krefeld verholfen, ihn hier unbezahlt beschäftigt und misshandelt zu haben. Inzwischen sagte das Opfer aus. Er sei von Pakistan nach Italien gereist und habe dann von dem mutmaßlichen Hauptangeklagten das Angebot bekommen, er könne nach Krefeld kommen.

Seinen Pass habe er abgeben und in mehreren Geschäften des Kaufmanns arbeiten müssen. Geld sah er dafür nicht. Darüber hinaus habe an den Nachmittagen und Abenden in verschiedenen Restaurants in Krefeld zwar Geld verdient, bis zu 1200 Euro monatlich, aber auch davon nichts gehabt. "Das Geld wollte er haben, das hat er mit immer weggenommen", sagte er über seinen Landsmann. Dann berichtete er davon, dass er in den Hinterräumen des Bekleidungsgeschäfts schlief, in dem er unter anderem arbeitete. Irgendwann habe der Angeklagte ihm allerdings angeboten Teilhaber zu werden und ihm einen Pass versprochen. Einen Reisepass und einen Ausweis habe er sogar bekommen, nur nicht mit seinem Namen. Es seien bulgarische Dokumente gewesen. Damit habe er bei der Sparkasse ein Konto eröffnen müssen, über das der Angeklagte verfügte. Eines Abends seien der Landsmann und drei Begleiter gekommen, man habe die Tür abgeschlossen, ihn festgehalten und mit einer Eisenstange geschlagen. "Ich hab die angebettelt und angefleht, dass sie mich loslassen sollen", berichtete der Zeuge, der unter den Schilderungen litt. Als er damals in Ohnmacht gefallen sei, habe man Wasser auf ihn gegossen.

Zu Beginn seiner Aussage hatte der Zeuge gesagt, dass er Angst vor den Angeklagten habe und nicht aussagen wolle. Sogar seine Familie in Pakistan sei bedroht worden. Das Gericht nahm die Angst ernst und schloss die Angeklagten für den Rest des Tages von der Verhandlung aus.

Der Prozess wird fortgesetzt.

(BL)