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Krefeld
"Scheinkollekte" für eine neue Orgel

Krefeld. Benefizkonzert des Schönhausen Chors in der St.-Clemens-Kirche Fischeln. Von Heide Oehmen

"Kein schöner Klang in dieser Zeit" - das meinen nicht nur die für die Kirchenmusik an St. Clemens in Fischeln Verantwortlichen - dem schlossen sich auch der "Schönhausen-Chor Krefeld" und sein Leiter Joachim Neugart an und stellten sich kurzerhand für ein Benefizkonzert zugunsten der dringend benötigten neuen Orgel zur Verfügung. Durch den außerordentlich guten Besuch dieser Veranstaltung und die anschließende "Scheinkollekte" dürfte sich der noch fehlende Betrag von 120.000 Euro um Einiges verringert haben.

Bemerkenswert war die Werkauswahl des wie gewohnt mit reich differenzierter Intensität aufwartenden Chores, der vornehmlich mit zeitgenössischer Literatur bekannt machte. "Ubi caritas" des Norwegers Ola Gjeilo (*1978), "O crux ave" von Rihards Dubra (*1964 in Riga), "Pater noster" von Albert de Klerk (1917-1998) oder "This is my father's world" des Letten Erik Esenvalds (*1977) gehören nicht zum gängigen Chorrepertoire, fesseln aber durch klangliche Vielfalt und textbezogene Eindringlichkeit. "Funeral Ikos= Begräbnis-Ikone" - aus der ursprünglich in griechischer Sprache verfassten Liturgie für einen verstorbenen Priester - vertont von John Taverner (1944-2013) - faszinierte besonders durch das erlösende "Alleluja", das jede Strophe beschloss.

Der aus Polen stammende Cellist Pawel Ulanicki, der auf vielfältige solistische Aufgaben und Mitwirkung in namhaften Orchestern verweisen kann, stellte sich ebenfalls in den Dienst der guten Sache und überzeugte vor allem mit einer makellosen, von ausgeprägtem Schönklang geprägten Wiedergabe der "Allemande" aus der Suite D-Dur für Violoncello solo BWV 1012 von Johann Sebastian Bach. Zum Abschluss griff der "Schönhausen-Chor", von Joachim Neugart mit Umsicht geleitet, das eingangs erwähnte Motto auf und sang in einer sehr eigenwilligen Bearbeitung von Wolfram Buchenberg (*1962) das Volkslied "Kein schöner Land in dieser Zeit". Das Publikum reagierte begeistert und erhielt als Zugabe noch den achtstimmigen Chor aus dem Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy "Denn er hat seinen Engeln befohlen".

Quelle: RP
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