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Lokalsport
Pinguine ohne Biss und Leidenschaft

Krefeld Pinguine ohne Biss und Leidenschaft
Martin Schymainski (re.) lauert hier vergeblich auf den Puck. Der Krefelder Stürmer scheiterte gestern im ersten Drittel zweimal am Münchner Torwart Danny Aus den Birken. FOTO: Thomas Lammertz
Del. Eishockey: Vor nur 3369 Zuschauern konnten die Krefelder gestern im Heimspiel gegen den EHC München insgesamt nicht überzeugen und mussten sich mit 2:3 geschlagen geben. Der neue Verteidiger Scott Valentine trifft heute ein. Von H.-G. Schoofs

Die Pinguine kommen in der neuen DEL-Saison nicht so richtig auf Betriebstemperatur. Gegen den EHC München, der zwar technisch und spielerisch besser war, aber im König-Palast nicht gerade wie ein Titelanwärter auftrumpfte, wäre für die Krefelder durchaus ein Erfolg drin gewesen. Doch die Mannschaft von Trainer Rick Adduono agierte nach den vielen Gegentoren von Freitag zu vorsichtig. Ihr Auftritt war geprägt von Stückwerk und Einzelleistungen. Dazu fehlte es an Biss und Leidenschaft. Wenigstens die Disziplin stimmt diesmal. Nach dem zweiten Wochenende mit nur einem Zähler auf der Habenseite ist der Saisonstart alles andere als zufriedenstellend. Das war gestern auf den Rängen auch deutlich zu sehen. Im vierten Heimspiel der neuen Eiszeit wurde nicht mal mehr die magische Grenze von 4000 Zuschauern erreicht.

Natürlich waren die Pinguine nach der unnötigen Niederlage am Freitag in Schwenningen um fünf Uhr in der Früh total frustriert an den Niederrhein zurückgekehrt. Am Samstagmittag versammelte Rüdiger Noack kurz vor dem Training die Spieler um sich und redete fünf Minuten auf sie ein. Dabei forderte er besonders mehr Disziplin. Das nahmen sich die Pinguine gestern zu Herzen. Es dauerte bis zur 32. Minute, ehe Mike Mieszkowski die erste Strafe der Krefelder kassierte. Als kurz zuvor gerade die dritte Strafe der Münchner ablief, erzielte Henrik Erkisson mit einer schönen Einzelleistung den Treffer zum 1:1-Ausgleich. Er tanzte Münchens Stürmer Aucoin an der blauen Linie aus, lief alleine auf Torwart Aus den Birken zu und hämmerte den Puck in die Maschen. Damit spiegelte sich bis dahin das Duell auf Augenhöhe auch im Ergebnis wider. Die Gäste von der Isar, die auf drei Stürmer verzichten mussten, waren kurz vor Ende des ersten Drittels bei ihrer zweiten klaren Torchance des Spiels durch Nationalspieler Kahun in Führung gegangen. Auch auf Seiten der Pinguine, bei denen Istvan Sofron sein Saisondebüt in der DEL feierte, waren in den ersten 20 Minuten klare Einschussmöglichkeiten Mangelware. Andi Driendl und Martin Schymainski scheiterten je zweimal an Torwart Aus den Birken.

Im Mitteldrittel hatten die Bayern den etwas besseren Start erwischt. Dabei verhinderte Torwart Patrick Klein gegen Kettemer und Sparre einen Zweitore-Rückstand. An der Bande applaudierte Tomas Duba, der nach seiner Verletzung die Rolle des Backup-Goalies übernahm. Klein war es auch, der nach dem Krefelder Ausgleich gegen Sparre mit einer Glanzparade zur Stelle war. Kurz vor Ende des zweiten Drittels erhitzten sich die Gemüter. Es hagelte Strafzeiten, besonders bei den Gästen. Doch anstatt in Überzahl in Führung zu gehen, kassierten die Pinguine bei einem Konter durch Jaffray den zweiten Gegentreffer (37.). Damit traf der neue Kanadier der "Roten Bullen" bisher in allen acht Saisonspielen.

Von diesem Schock erholten sich die Hausherren sehr lange nicht. Es dauerte bis zur 48. Minute, ehe durch Verteidiger Robin Weihager mal wieder ein Schuss aufs Münchner Gehäuse kam. Trainer Rick Adduono versuchte, mit personellen Umstellungen das Blatt noch einmal zu wenden. Vergeblich, denn die Gäste sorgten fünf Minuten vor dem Ende für die Vorentscheidung. Ein wenig Hoffnung auf wenigstens einen Zähler keimte auf den Rängen in der vorletzten Minute auf. Als gleich zwei Münchner auf der Strafbank saßen und Torwart Klein für einen sechsten Spieler vorzeitig seinen Arbeitsplatz verließ, traf Daniel Pietta. Damit hatten die Pinguine aber ihr Pulver verschossen.

Quelle: RP
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