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Erkelenz
Schweinemast leidet unter Sanktionen

Erkelenz. Umsatzeinbußen beklagen Schweinzüchter im Kreis Heinsberg. Imageprobleme und der Exportausfall nach Russland haben Auswirkungen. Von Willi Spichartz

An China ist natürlich in jeder Hinsicht schwer ranzukommen, da gibt's nach den astrologischen Tierkreiszeichen ein ganzes Jahr des Schweins (das nächste ist 2019), aber der Kreis Heinsberg hat wenigstens einen Schweinetag, den in der Republik kaum ein Kreis aufweisen kann. Der fand nun im Hilfarther Saal Sodekamp statt, es ging um Fachreferate, aber auch um die schwache Image der Schweinemast in der Republik genießt.

Für den "Verein zur Förderung der Schweineproduktion für den Kreis Heinsberg" begrüßte Vorsitzender Rudolf Hilgers (Heinsberg-Eschweiler) rund 160 Schweinezüchter/-Mäster, gut zehn Prozent davon Frauen.

Der Vorsitzende legte dar, dass die wirtschaftliche Situation seiner Sparte sich "äußerst schwierig und leidvoll" darstelle. Allein das kurzfristige Export-Verbot nach Russland habe einen Absatzabsturz von 15 Prozent der Jahresproduktion mit Preisverfall zur Folge gehabt. Man produziere in Deutschland Schweinefleisch stark fürs Ausland, da man hervorragende Bedingungen geschaffen habe.

Die Zahl der Schweine sei einmalig. Es fehle allerdings an der politischen Unterstützung, um zum Beispiel in den chinesischen Markt reinzukommen. Das zeige sich auch darin, dass die NGOs (Non Governmental Organisations, nichtstaatliche Organisationen) von Tierschützern mit ihren "romantischen Vorstellungen" Zugang zur Politik hätten. Dabei, so Rudolf Hilgers, seien maximal sechs Prozent der deutschen Bevölkerung Veganer. Die schwierige Situation der Fleischproduzenten der Republik zeige sich auch daran, dass heute nur noch zehn Prozent der Lebenshaltungskosten für Lebensmittel ausgegeben würden, vor nicht allzu langer Zeit waren das 40 Prozent.

Für das Geschäftsjahr 2014/15 legte die neue Tierzuchtberaterin des Kreises, Jessica van Sloun, einen mit ihrem Vorgänger Franz-Josef Jaeger erarbeiteten Bericht vor, der gegenüber dem Vorjahr sinkende Zahlen aufweist. 41.437 Schweine wurden gehalten (2013/14 waren es 43.400) Betriebe gab es 139 (142), Zuchtschweine wurden 3544 (3600) gezählt, Ferkel (bis 30 Kilo) waren es 18.530 (19.500), gemästet wurden 19.363 (20.300). 53 der Betriebe mästen in ihren Ställen mehr als zehn, 86 weniger als zehn Schweine.

Aus dem Vorstand des Fördervereins wurde nach 28 Jahren mit großem Dank Meinhard Schnothale aus Wegberg verabschiedet. Neben dem Vorsitzenden Rudolf Hilgers gehören dem Vorstand Hans-Peter Dreßen, Übach-Palenberg, Willi Beckers, Brachelen, und Fred Gossen, Heinsberg-Aphoven, an.

Sechs Referate und Diskussionen standen unter anderem zur Fütterung, Stallgestaltung, Impfung, Sauen-Ammen und zum Verbot der Ringelschwanzkürzung an. Letzteres sei unverständlich, hieß es von mehreren Rednern, da bei Hunden Schwanz- und Ohrenkupierungen vorgenommen werden dürften.

In der Mittagszeit ließ man es sich schmecken - es gab Schweineschnitzel.

Quelle: RP
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