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Leichtathletik
Zehn unvergessliche Tage bei der Studenten-Universiade

Erkelenz. Es sind unvergesslich Momente, die Sina-Mai Holthuijsen in den vergangenen Tagen gesammelt hat: Gemeinsam mit ihren niederländischen Nationalmannschaftskollegen und vielen weiteren Tausenden Athleten aus der ganzen Welt nahm die Erkelenzerin an der Studenten-WM in Taiwan teil. Auf ihrer Facebookseite berichtete die 21-Jährige täglich von ihren Erlebnissen und nahm ihre Freunde so mit auf eine unvergessliche Reise, die letztlich nur einen "kleinen Haken" hatte. Denn sportlich lief es für Holthuijsen, die für die Niederlande im Hammerwurf an den Start ging, gar nicht rund. Mit 55,30 Metern verpasste sie den Einzug ins Finale, schied als 16. der Qualifikation aus. "Meine momentane Bestleistung liegt bei 62,32 Metern und die Quali-Weite fürs Finale lag bei 59,00 Metern", schreibt Holthuijsen in ihrem WM-Blog, "diese Norm habe ich eigentlich die ganze Saison konstant geworfen, um so enttäuschter bin ich, dass ich diese Weite ausgerechnet in der Qualifikation für das Finale nicht erreichen konnte. Dennoch bin ich um eine riesige Erfahrung reicher. Auch wenn ich nicht die besten Würfe präsentiert habe und ich sehr unter meinem Leistungsniveau geblieben bin, hat es doch sehr viel Freude gemacht." Alleine der Kontakt zu den weltbesten Athletinnen - gemeldet hatten unter den 21 Konkurrentinnen auch fünf Werferinnen, die bei der Weltmeisterschaft in London Mitte August am Start waren - sei schon eine Bereicherung gewesen. "Entgegen der Studenten-WM vor zwei Jahren, bei der nur zwölf Hammerwerferinnen gemeldet hatten, waren es dieses Mal unglaubliche 22 Werferinnen", sagt Holthuijsen, "und zwar hochkarätigen Kalibers. Von den 22 Teilnehmerinnen, die auch alle älter sind als ich, haben schon einige eine Bestleistung von über 70 Metern stehen. Das sind Weiten, die ich mit meinen 21 Jahren wohl erst in zwei bis drei Jahren erreichen kann."

Trotz der sportlichen Enttäuschung wird der Aufenthalt in Taipei für Sina-Mai Holthuijsen unvergesslich bleiben, denn die trainings- und wettkampffreie Zeit nutzte die 21-Jährige dazu, möglichst viel vom WM-Feeling in sich aufzusaugen. Nach einem 13-stündigen Flug von Amsterdam nach Taipeh mit der serbischen Wasserballmannschaft und Sportlern aus Kuba und dem Bezug der Wohnung im Olympiadorf, stand die Eröffnungsfeier mit Einmarsch der Sportler aller Nationen, Lichtspielen, Feuerwerk und Fackellauf auf dem Programm. "Ich hatte nicht erwartet, dass es eine Eröffnungsfeier wie bei den Olympischen Spielen sein wird. Es war sowas von beeindruckend, ich kann es gar nicht in Worte fassen", schreibt Holthuijsen. Beeindruckend war auch die Aussicht aus Taiwans höchstem Wolkenkratzer, dem "Taipei 101", dem derzeit siebthöchsten Gebäude der Welt. "So hoch war ich noch nirgendwo, es war heftig, aber cool", so der Kommentar der 21-Jährigen von der Aussichtsplattform in rund 500 Meter Höhe. Außerdem gab es einen Abstecher zu einem Basketballspiel zwischen Australien und Litauen sowie viel Kotakt mit Sportlern aus anderen Nationen, mit denen zur Erinnerung Trikots und Anstecknadeln getauscht wurden. Schwierig war einzig und allein die Essens-Beschaffung: "Es ist nicht so leicht, da man nicht erkennen kann, was sich hinter den chinesischen Schriftzeichen verbirgt", erklärt Holthuijsen schmunzelnd, "da hilft auch kein Google-Übersetzer."

Quelle: RP
 
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