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Tim Bergmeister: "Koreaner" in Japan

Lokalsport: Tim Bergmeister: "Koreaner" in Japan
FOTO: Atlas BX Racing
Langenfeld. Der Langenfelder gab mit der Superrace Serie ein Gastspiel auf dem Fuji Speedway. Dort erlitt der Motorsportler vor drei Jahren einen schweren Unfall - den er aber abgehakt hat. Durch Platz zwei wahrte der 40-Jährige seine Titelchancen. Von Michael Deutzmann

Seinen Arbeitsplatz hat Tim Bergmeister seit ein paar Jahren in Asien. Also pendelt er jedes Jahr immer wieder zwischen den Kontinenten hin und her. Nach der einen oder anderen Saison in der japanischen Serie Super GT steht er 2015 beim koreanischen Team "Atlas BX Racing" für die "Superrace Serie" unter Vertrag. Die weicht für die eine oder andere Veranstaltung schon mal aus - gerne nach China oder nach Japan. Dort war jetzt auch das sechste Rennen der Saison zu Hause. Auf dem Fuji Speedway. Und Rennen dort sind für den 40 Jahre alten Motorsportler seit dem 4. Mai 2012 immer etwas Besonderes.

Damals stand ein Lauf der Serie Super GT auf dem Programm. Was der reine berufliche Alltag zu sein schien, endete mit einem Unfall, bei dem sich Bergmeister schwere Verletzungen (Brüche, Lunge) zuzog. Vorübergehend bestand sogar ernsthafte Lebensgefahr. Doch der Langenfelder überstand das Schlimmste dank erstklassiger medizinischer Hilfe und dank der ihm eigenen Zähigkeit. Weil er den Helfern an der Strecke und den Ärzten bis heute sehr dankbar ist, war eins seiner Ziele für die jüngste Dienstreise klar: "Ich habe mich wieder im Medical Center blicken lassen." Weitere tiefere Rückblicke erlaubte sich der Motorsportler nicht, weil ihm ja das Risiko seines Berufs grundsätzlich bewusst ist. Angst auf der Strecke ist für Bergmeister trotzdem bis heute kein Thema - weder in Fuji noch sonstwo auf der Welt.

Nach einem Sieg sowie den Plätzen zwei und drei aus den drei ersten Rennen lag der Langenfelder an der Spitze der Meisterschafts-Gesamtwertung. Es folgten zwei bescheidenere Resultate (Neunter, Sechster), die immerhin auch etwas Gutes hatten: Die Zusatzgewichte, eine "Belohnung" für die vorherigen starken Ergebnisse, durfte das Team zum großen Teil wieder aus dem Auto entfernen. Also gab es die begründete Hoffnung, beim Japan-Rennen an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen. Der Plan ging wenigstens teilweise auf, denn Tim Bergmeister sicherte sich den zweiten Platz - den er allerdings nicht mal besonders begeisternd fand. Sein Fazit: "Ich habe wieder etwas gelernt."

Nach dem überzeugenden freien Training folgte im verregneten Qualifying der zweite Rang, der als vernünftige Basis fürs Rennen durchging. Der Start dort war gut - bis zu jener frühen Phase, in der die neuen Bremsbeläge plötzlich festhingen. "13 Mann sind an mir vorbeigefahren", berichtete Bergmeister, der sich anschließend wieder durch das Feld nach vorne arbeiten konnte und mit sieben Sekunden Rückstand auf den Gewinner über die Ziellinie raste. "Wenn ich die erste Kurve nicht versaue, wäre wohl mehr drin gewesen", urteilte der Routinier. Mit dem Gesamt-Ergebnis für seinen Arbeitgeber war er jedoch glücklich, denn der Teamkollege Steven Cho wurde Dritter.

Viel Zeit zur Erholung blieb nach der Heimreise nicht, denn hier ist Bergmeister schon wieder auf Achse - als Betreuer seines Sohns Jakob (10), der als Kart-Talent am Wochenende beim Süddeutschen ADAC-Kart-Cup in Garching startet. Die ungefähr 600 Kilometer lange Fahrt aus dem Rheinland in die Nähe von München wirken im Vergleich wie ein Katzensprung. Trotzdem sind auch Rennen im gemeinsamen Familienprojekt immer etwas Besonderes. Dafür muss Bergmeister nicht zwischen Langenfeld und Asien hin und herpendeln.

Quelle: RP
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