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Brandanschläge an Bahnstrecken
Auch am Chempark wurden Kabel beschädigt

Brandanschläge auf Kabelschächte bei der Bahn
Brandanschläge auf Kabelschächte bei der Bahn FOTO: dpa, pdz
Leverkusen. Unbekannte haben in der Nacht zu Montag für Chaos bei der Deutschen Bahn gesorgt. Viele Züge fielen aus, auch Leverkusen war betroffen. Von Susanne Genath

Klemens Hantke muss unfreiwillig von zu Hause arbeiten. "Ich wollte den Regionalexpress um 8.25 Uhr von Opladen nach Köln nehmen", sagt der Leverkusener. Aber als er auf der Bahnhofsbrücke war, sah er schon, dass irgendetwas nicht stimmte. "Auf beiden Bahnsteigen standen Hunderte Leute, und es tat sich nichts." Ein Bekannter, der seine Schwiegermutter zum Zug bringen wollte, habe ihm erzählt, dass es eine Störung gebe. "Von meinem Sohn habe ich dann erfahren, dass er mit dem Taxi nach Wiesdorf gefahren und dort in die S-Bahn-Linie S6 nach Köln gestiegen ist. Das klappt, weil dort die Rheinschiene verläuft und nicht die Bergische Strecke." Hantke entschied sich spontan für einen Home-Office-Tag. "Aber das kann ja nicht jeder."

Störung dauert wohl bis 18 Uhr

Nach Auskunft der Deutschen Bahn wurden Kabel auf der Strecke zwischen Köln-Mülheim und Leverkusen-Schlebusch in Brand gesetzt. Dadurch sei der Zugverkehr seit 4.15 Uhr gestört. Zwischen 7 und 13 Uhr fielen nach Angaben des Verkehrsunternehmens National Express sämtliche Fahrten der Regionalbahn RB 48 (Wuppertal-Oberbarmen bis Bonn-Mehlem) ab Opladen und ab Köln Messe/Deutz zwischen 7 und 13 Uhr aus. Der Regionalexpress RE 7 (Rheine bis Krefeld) könne mit Verspätungen über die Gütergleise geleitet werden, teilt Sprecherin Rebecca Viehoff mit. Die Störung werde bis voraussichtlich 18 Uhr andauern. "Mittlerweile fahren alle Züge wieder die planmäßigen Halte an. Es ist jedoch mit sehr hohen Verspätungen zu rechnen."

Durch mehrere offenbar vorsätzlich gelegte Brände wurden bundesweit Kabel beschädigt. Lesen Sie hier, welche Strecken betroffen waren.

Problem der Brandstiftungen: "Die Signale lassen sich nicht bedienen", erklärt der Bahnsprecher. Dadurch sei der Schaden auch am frühen Morgen festgestellt worden. "Gleich an mehreren Stellen blieben die Signale dauerhaft auf Rot stehen." Techniker und ein Kabeltrupp seien vor Ort.

Kabel zwischen Stammheim und Chempark angezündet

Laut Bundespolizei wurden Kabel zwischen den Haltestellen Stammheim und Chempark – im Bereich Grüner Kuhweg – sowie nicht weit davon entfernt im Bereich des Dhünnwalder Kommunalwegs angezündet. Außerdem bei einer Bahnstrecke bei Düren. "Die Täter sind überall gleich vorgegangen", berichtet Martina Dressler, Sprecherin der Bundespolizei in Köln. "Sie haben Kabelschächte entlang der Gleise aufgedeckt und Zündmittel hineingelegt." Verletzte habe es nicht gegeben.

"Es gibt ein Bekennerschreiben mit Hinweis auf den G-20-Gipfel gibt", sagt Dressler. "Wir geben die Ermittlungen deshalb an den Staatsschutz ab, denn es kann nun nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handelt." Die gleiche Vorgehensweise bei allen Brandstiftungen lasse darauf schließen, dass es sich um eine bandenmäßig organisierte Kriminalität handele. Daher halte man das Bekennerschreiben auch für echt. Zur Schadenshöhe können Bahn und Bundespolizei noch nichts sagen.

 
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