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Meerbusch
Weltkulturerbe Limes -historische Wurzeln auch in Meerbusch

Meerbusch: Weltkulturerbe Limes -historische Wurzeln auch in Meerbusch
FOTO: Stadt Krefeld
Meerbusch. Der niedergermanische Limes von Katwijk bis Remagen entlang des Rheins soll Weltkulturerbe werden. Archäologe Christoph Reichmann erklärt, warum es eine besondere Verbindung zu Meerbusch gibt. Von Sebastian Peters

Die Chancen stehen gut, dass die Unesco auch ein historisches Meerbuscher Gebiet zum Teil eines großen Weltkulturerbes macht. Derzeit laufen Bestrebungen, nach dem obergermanisch-rätischen Limes und dem Hadrianswall in Großbritannien auch den niedergermanischen Limes, der von Katwijk bis Remagen verläuft, Weltkulturerbe werden zu lassen. Die Nachbarstadt Krefeld setzt jetzt darauf, mit seinem ehemaligen Römerlager in Gellep-Stratum (früher: Gelduba) Teil dieses Kulturerbes zu werden. Eigentlich aber liegen die historischen Wurzeln dieses Gelduba in Lank. Wenn also demnächst Gellep zum Teil eines Weltkulturerbes wird, dann strahlt ein wenig Glanz auch auf Meerbusch ab.

Auf die Lanker Geschichte von Gellep weist jetzt in einem Vortrag der Krefelder Archäologe Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn, hin: "Gellep gehört historisch eigentlich zum heutigen Stadtgebiet Meerbusch, denn da Gellep keine eigene Kirche hatten, war es Teil vom Kirchspiel Lank."

Der Limes (Grenzweg) bildete die Grenze des römischen Imperiums gegen die Germanen. In weiten Teilen bildet der Rhein die natürliche Grenze, in Meerbusch von Büderich bis Nierst. Es war auch eine Kulturgrenze - linksrheinisch die hoch entwickelte Kultur der römischen Antike, auf der anderen Seite das "barbarische" Germanien. Auf heutigem deutschem Boden gab es zudem entlang des Rheins als Limesgrenze 27 militärische Einrichtungen, etwa Kastelle oder Wachtürme, die im Zuge der Verleihung des Weltkulturerbes besonders gewürdigt werden sollen - so etwa in Gellep.

In einem Vortrag am Mittwoch, 18. Mai, wird Christoph Reichmann auf die Rolle des Limes in Krefeld eingehen. Dabei wird er auch die Verbindung zu Lank nicht verschweigen. "Es gibt einen Kirchweg, der von Gellep nach Lank führt, er verläuft in Teilen entlang der römischen Straße. Die Menschen gingen in Lank zur Kirche, sie wurden in Lank auf dem Friedhof beerdigt."

Der Landschaftsverband Rheinland arbeitet mit den Niederlanden und Rheinland-Pfalz derzeit daran, dass der Niedergermanische Limes in die Unesco-Welterbeliste eingetragen wird. Vor einem Jahr, im April 2015, haben alle Vertreter in Bonn dazu eine Vereinbarung unterschrieben. Bis zum Status Weltkulturerbe stehen noch viele Arbeiten an. Innerhalb der nächsten Jahre sollen die Anträge gestellt werden. Der Archäologe Reichmann zeigt sich zuversichtlich, dass das Unterfangen erfolgreich sein wird. "Die Chancen sind sehr gut." Ein Welterbe werde mehr Tourismus und mehr Fördermittel bringen, glaubt der Historiker, der die Leitung der Burg Linn in Kürze abgeben wird.

Bei allem Meerbuscher Lokalpatriotismus: Eine direkte durch Quellen belegte Verbindung von Lank zur Gelduba-Römerzeit gibt es nicht: Erste schriftliche Belege über die Gründung von Lank existieren erst deutlich nach der Zeit der Römer. So sind eindeutige Dokumente einer Kirche in Lank erst ausgangs des 12. Jahrhunderts zu finden. Schon weit zuvor waren die Römer am Niederrhein verdrängt worden - durch die Franken.

Quelle: RP
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