| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
Darum begeistert das Minto-Innenleben

So sieht es im Minto aus
So sieht es im Minto aus FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Ein Fachmagazin für Architektur lobt in seiner aktuellen Ausgabe detailliert die Innengestaltung des Einkaufscenters. Der multisensorische Ansatz habe das Zeug, zur Blaupause für das Funktionieren innerstädtischer Malls zu werden. Von Jan Schnettler

Welches Interesse außergewöhnliche Architektur hervorrufen kann, hat Düsseldorf am Wochenende erlebt: Die "New York Times" und der Londoner "Guardian" zählten zu den Medien, die in den (berechtigten) Jubelchor zur neuen Wehrhahn-Linie einstimmten. Denn die werbefreien, lichtdurchfluteten, von Künstlern gestalteten U-Bahnhöfe setzen in der Tat neue Maßstäbe. Das gilt, glaubt man dem führenden, 1890 gegründeten Fachmagazin AIT (Architektur Innenarchitektur Technischer Ausbau), auch für das Minto. Nachdem im Januar bereits die Wochenzeitung "Die Zeit" dem Einkaufszentrum den Effekt der "kapitalistischen Wunderheilung" für die Gladbacher Innenstadt bescheinigt hatte, widmet nun AIT in seiner Frühjahrsausgabe mit dem Schwerpunkt Verkauf und Präsentation dem Einkaufszentrum stolze drei Doppelseiten. "Mönchengladbach neben London, Amsterdam, Sevilla und Mailand - gar nicht so schlecht", urteilt Annette Bonin, selbst Architektin sowie planungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Stadtrat.

Und wie es sich für ein Fachorgan für Innenausbau ziemt, ist es weniger die außergewöhnliche Außenfassade, um die sich der Beitrag dreht. Sondern die konsequente Umsetzung des Leitthemas "Home of five Senses", das Chefredakteurin Petra Stephan in zwei Aspekte unterteilt: nämlich in das Gefühl, sich wie zuhause zu fühlen - hervorgerufen durch die Stimulation aller Sinne. "Natürliche Materialien, organische Formen und Natur-Klanglandschaften" kennzeichneten das Minto-Innendesign aus der Düsseldorfer Feder von "kplus konzept". Deren Handschrift ziehe sich stringent und überzeugend durch das gesamte Center - durch die "multisensorischen, etagenübergreifenden Highlight-Fassaden (...) ebenso wie die Ruheinseln in den Boulevards über den Food Court bis zur Wegeführung in der Mall und im Parkhaus sowie den Aufzugsvorräumen und Toiletten".

Pre-Opening: Ansturm auf das Minto FOTO: Reichartz,Hans-Peter

Lob erhält insbesondere der Food Court mit seinen individuell gestalteten Ess-Inseln, "wo es sich der Gast in Küche, Wohnzimmer, Wintergarten oder Bibliothek gemütlich machen kann". Die "synästhetische Kombination von Materialien, Sound- und Duftdesign" der Highlight-Fassaden versetze die Besucher überdies in ebenso unterschiedliche Stimmungen. Und so liest sich das dann: "Durch die Fluid-Flow-Fassade fließen ähnlich einer Lava-Lampe farbenfrohe, organische Formen, die Ruhe und Entspannung ausstrahlen" - oder: "Daneben verkörpert der Green-Point mit Wandbegrünung aus Echtpflanzen Energie und Spiritualität". Korrespondierende Düfte - mit dem Partner Air Creative - und Klänge - mit der britischen Sound Agency - täten ihr Übriges. "Die Fassade Glamour-Walk verströmt beispielsweise einen roten Duft", heißt es da, und: "Naturgeräusche wie Blätterrascheln oder Vogelgezwitscher (...) wechseln zu sphärischen Sounds (...) bis hin zu einer Sinfonie aus Glasklängen".

Das Fazit, das AIT zieht, ist ein überaus positives: Nachdem es bislang für das Funktionieren einer innerstädtischen Mall kein verbindliches Erfolgsrezept gegeben habe, biete das Minto mit seinem multisensorischen Ansatz, der Natur und Architektur verbindet, schlechterdings eine "Erlebniswelt, die ihresgleichen sucht". Und: Das Minto sei eine "Shoppingmall für alle Sinne mit einer Markenkonzeption aus einer Hand". Und das ist, in den Worten von Annette Bonin, ja alles schon "gar nicht so schlecht".

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Darum begeistert das Minto-Innenleben


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.