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Mönchengladbach
Gladbach soll erste Gigabit-Stadt werden

Mönchengladbach: Gladbach soll erste Gigabit-Stadt werden
So sehen Glasfaser-Stränge aus, die Daten leiten. FOTO: Imago (Archiv)
Mönchengladbach. Hochgeschwindigkeits-Internet in der ganzen Stadt - das ist der Wunsch der Wirtschaftsförderung. Die Deutsche Glasfaser baut bis Ende 2017 insgesamt 25.000 Anschlüsse für 55 Millionen Euro und kündigt weitere Investitionen an. Von Andreas Gruhn

Rasend schnelles Internet flächendeckend war noch vor wenigen Jahren eine schier unerreichbare Vision. Jetzt soll es in Mönchengladbach nur noch eine Frage der Zeit sein, bis das Internet überall mit nahezu unbegrenzter Geschwindigkeit, ein so genanntes Gigabit-Netz, verfügbar ist. "Wir haben eine Breitband-Strategie in Auftrag gegeben, in wenigen Wochen liegen die Ergebnisse vor über die Strukturen, was wir tun können und welche Fördermöglichkeiten es gibt", sagt Wirtschaftsförderer Ulrich Schückhaus.

Im Kern ist die Realität schon schneller als die Studie, denn die Stadt hat bereits mit der Deutschen Glasfaser eine Rahmenvereinbarung getroffen. Und die baut das Glasfasernetz in diesem und im nächsten Jahr bereits mit einem Budget in Höhe von 55 Millionen Euro aus. Dabei soll es aber nicht bleiben, verkündete gestern Regionalmanager Marco Westenberg beim Spatenstich für den Ausbau im Gewerbegebiet Wickrath: "Mönchengladbach soll die erste Gigabit-City werden."

Vertreter von Wirtschaftsförderung und Deutscher Glasfaser schauen sich die Kabel-Baustelle in Wickrath an. FOTO: Jörg Knappe, Imago (Archiv)

Datenmengen von mehr als 1000 Megabit pro Sekunde (was einem Gigabit entspricht) sind heute zwar noch kaum möglich und für die breite Masse auch noch nicht nötig, aber der Datenhunger der Menschen wachse rasant, sagt Rafael Lendzion von der Wirtschaftsförderung der Stadt. Die Deutsche Glasfaser etwa bietet 100 und 200 Mbit pro Sekunde für Privathaushalte an. Die Telekom hat parallel ihr Kupfernetz aufgerüstet (sogenanntes Vectoring) und kommt auf bis zu 50 Mbit (wenn man nah genug am Verteiler wohnt). "Das mag jetzt noch reichen", sagt Schückhaus. "Aber das ist Technik von gestern. Wir haben mit der Deutschen Glasfaser eine klare Präferenz." Deren Technik ermöglicht Stand heute grundsätzlich Geschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde (und zwar im Up- und Download).

Bis Jahresende will das Unternehmen mit Sitz in Borken etwa 10.000 Mönchengladbacher Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen haben, außerdem die Gewerbegebiete Giesenkirchen-Nord, Eckersmühle, Rheydt-Odenkirchen, Wickrath und Regiopark. Bis Ende 2017 sollen es insgesamt 25.000 Hochgeschwindigkeitsanschlüsse sein. In den betroffenen Stadtteilen gibt es etwa 37.000 Haushalte. Dafür wird derzeit das Interesse in nahezu allen Stadtteilen rund um die Innenstädte erkundet. 40.000 Haushalte wurden angeschrieben. "Und wir haben eine Rücklaufquote von etwa sieben Prozent erreicht", sagt Westenberg. "Wir hatten mit zwei Prozent gerechnet." In welchen Stadtteilen die letztlich entscheidenden Nachfragebündelungen gestartet werden, um auf die Mindestquote von 40 Prozent der Haushalte zu kommen, ist noch offen.

Ab 2018 will die Glasfaser weitere Millionen in den Gladbacher Netzausbau stecken. Für den Niederrhein bis zum Oberbergischen Land und den Aachener Raum stünden ab 2018 weitere 120 Millionen Euro bereit. Wie viel davon im Gladbacher Boden verbuddelt wird, ist noch unklar, hängt aber auch vom Interesse ab. "Wenn es uns nicht gelingt, genügend Anschlüsse in Mönchengladbach zu erreichen, geht das Projekt Gigabit-City eben woanders weiter", sagt Westenberg. Das Gesamt-Investitionsvolumen werde wohl erhöht von 1,5 Milliarden auf vier Milliarden Euro. Das Geld stamme aus Pensions- und Versicherungsfonds.

Die Innenstädte Gladbach und Rheydt meidet die Glasfaser bisher. Dort ist die Versorgung im Vergleich zu den Außengebieten relativ gut und die Konkurrenz mit Telekom und Unitymedia groß. Die Strategie der Glasfaser sieht anders aus: Die Bewohner in den Innenstädten neidisch machen auf das Gigabit-Netz auf dem Land. "Das weckt Begehrlichkeiten", sagt Westenberg.

Quelle: RP
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