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Elfter im Elften
Zwei Hoppeditze eröffnen die Session in Mönchengladbach

Elfter im Elften: Zwei Hoppeditze eröffnen die Session in Mönchengladbach
Die beiden Hoppedize: Josef Amend und Niklas Quade. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. In Mönchengladbach springt der Hoppeditz erst abends aus der Kiste – es waren sogar zwei: Der neunjährige Niklas Quade und sein großer Kollege Josef Amend. Verabschiedet wurden die Ex-Prinzenpaare. Von Christian Lingen

Im Rheinland kennt man ja das Sprichwort vom "Jeck im Rään". Das traf am Samstag, als die Karnevalisten den Start in die fünfte Jahreszeit feierten, auf die Hochburgern Köln und Düsseldorf im wörtlichen Sinne zu. Wer dort feierte, wurde ordentlich nass. Anders in Mönchengladbach. Da springt der Hoppeditz erst abends aus seiner Kiste. Und das war am Elften im Elften ein echter Glücksfall. Denn anders als in der rheinischen Nachbarschaft, blieben die Karnevalisten auf dem prall gefüllten Kapuzinerplatz trocken. Sie erlebten ein Hoppeditzerwachen, von dem man noch lange sprechen wird.

Es ist ja schon ungewöhnlich, dass der Hoppeditz erst um 18.24 Uhr aus dem Sommerschlaf erwacht. Da geht manch anderer ins Bett. Das aber gleich zwei Hoppeditze aus einer Kiste springen, das gab es noch nie. Josef Amend ist im blau-weißen Narrengewand ein alter Hase als Hoppeditz und bringt dem Publikum seit vielen Jahren Spaß. Am Samstag aber hatte er Niklas Quade an seiner Seite.

Der Neunjährige, der sonst der Hoppeditz der KG Uehllöeker Neuwerk ist, ist der neue Stadt-Kinderhoppeditz. Halt passend zum Motto "Immer zu zweit – Halt Pohl und Alt Rheydt". Niklas wurde zum Star des Abends und sorgte für viele Lacher mit einem Lied und kessen Wortwechseln mit seinem großen Kollegen. "Wir zwei sind bereit für die fünfte Jahreszeit!", reimten die beiden Hoppeditze. "So schön haben wir eine Karnevalssession noch nie eröffnet", sagte Bernd Gothe, der Vorsitzende des Mönchengladbacher Karnevalsverbands.

Weinende Tollitäten

Bevor die beiden Hoppeditze die neue Session eröffneten, wurden die beiden da noch im Amt befindlichen Prinzenpaare verabschiedet. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners nahm ihnen die Insignien ab. "Die beiden Prinzenpaare hatten Charme", sagte Bernd Gothe. Die Große Rheydter Prinzengarde, die Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach und die Kinderprinzengarde waren aufgezogen, um die Tollitäten noch einmal zu begleiten.

Und was durfte natürlich nicht fehlen? Na klar: Lied drei. Damit hatten Ex-Prinz Norbert I. und Ex-Niersia Barbara den Jecken eingeheizt und taten das auf dem Kapuzinerplatz noch einmal mit den Garden gemeinsam. Vor der Bühne tanzten dazu die Regimentstöchter der Gelb-Blauen Funken, der Garde des Oberbürgermeisters. In der Dankesrede fand Norbert Bude so rührende Worte, dass den scheidenden Tollitäten die Tränen kamen.

Ihren Gefühlen freien Lauf ließ auch Ex-Kinderprinzessin Vanessa I. Während Ex-Kinderprinz Cedric sich für eine tolle Session bedankte, verlor Vanessa für kurze Zeit völlig die Fassung und rührte damit das Publikum. Doch dann hielt sie eine Danksagung, die es so richtig in sich hatte. "Wer weiß, vielleicht werde ich ja eines Tages noch einmal als große Prinzessin auf dieser Bühne stehen. Es war eine unfassbar geile Zeit mit Euch", rief sie dem Publikum zu und erntete einen wahren Jubelsturm. Als Dank für die Zeit im blau-weißen Ornat erhielt Norbert Buden den Großorden des Mönchengladbacher Karnevalsverbands. MKV-Vize Markus-Hardenack schlug vor, einen solchen künftig auch an den Kinderprinzen zu verleihen. Man werde das einmal diskutieren. Darf man den Beifall des Publikums dafür als Abstimmung werten, ist die Entscheidung wohl gefallen.

Im Anschluss an das eigentliche Hoppeditzerwachen startete mit dem Mottolied von Iris Criens und Frank Rebell das Rahmenprogramm. In dem traten die Tanzcorps der beiden Prinzengarden aus Gladbach und Rheydt auf. Für Stimmung sorgten außerdem ein Double von Andreas Gabalier und die MKV-Showband.

 
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