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Mönchengladbach
Star-Bratschist besucht Mönchengladbach

Mönchengladbach. Nils Mönkemeyer spielt im zweiten Sinfoniekonzert das Violakonzert von William Walton. Von Dirk Richerdt

Seit 2011 lehrt er als Professor sein Streichinstrument, die Viola, an der Münchner Musikhochschule, seinen herausragenden Ruf als einer der weltbesten Bratschisten jedoch erlangte der Bremer Nils Mönkemeyer auf Konzertpodien. Viermal schon haben ihn Klassikfreunde in Mönchengladbach (die Krefelder bisher einmal) in Konzerten live erlebt. Und jetzt kommt Mönkemeyer, inzwischen 39 und international gebucht, erneut an den Niederrhein.

"Wir freuen uns, diesen absoluten Meister seines Fachs wieder gewinnen zu können", sagte gestern Generalmusikdirektor Mihkel Kütson. Am 25. Oktober begleiten die Niederrheinischen Sinfoniker Mönkemeyer auf dem Podium des Konzertsaals im Theater; am Tag darauf gastiert er in der akustisch noch etwas dankbareren Kaiser-Friedrich-Halle. Mönkemeyer spielt das 1928/29 in Amalfi komponierte Bratschenkonzert von William Walton, das zu den beliebtesten Stücken für dieses Soloinstrument gehört. Viel üben muss der Interpret dafür wohl nicht, hat Mönkemeyer doch erst im Sommer das Opus des englischen Tonsetzers mit den Bamberger Symphonikern auf CD eingespielt. Das Stück beginnt - eine Rarität - mit einem langsamen Satz.

William Waltons Konzert wird, so drückt es der GMD aus, "von zwei Stücken eingerahmt, die musikalisch stark auf Naturgewalten abheben". Das trifft besonders zu auf das neun Minuten dauernde Prelude for orchestra mit dem Titel "Geysir". Ja, der isländische Komponist Jón Leifs (1899-1968) hat damit die auf vulkanischer Basis aktiven heißen Quellen in seinem Heimatland Island in musikalische Form gebracht. "In diesem Tongemälde beschreibt Leifs eindrucksvoll und sehr bildhaft dieses Naturphänomen, von der Entwicklung tief unter der Erdoberfläche bis zum gewaltigen Ausbruch", erläutert Konzertdramaturgin Eva Ziegelhöfer. Sie wird jeweils eine Dreiviertelstunde vor Konzertbeginn (ab 19.15 Uhr) eine Einführung in das Programm geben.

Krönung der vier Konzertabende in Krefeld und Mönchengladbach ist Anton Bruckners klangprächtige 6. Sinfonie A-Dur. "Auch hier mag man an öfter an Naturgewalten denken", sagt Mihkel Kütson. Bruckner selbst beurteilte seine 1883 in Wien uraufgeführte "Sechste" als "meine keckste und kühnste". "Das mag sich auf harmonische Gewagtheiten, aber auch formale Aspekte beziehen", vermutet Ziegelhöfer.

Termine: Mittwoch, 25. Oktober, 20 Uhr, Konzertsaal Theater; Donnerstag, 26. Oktober, 20 Uhr, Kaiser-Friedrich-Halle.

Quelle: RP
 
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