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Moers
Biologisches Mittel gegen Eichenprozessionsspinner

Moers: Biologisches Mittel gegen Eichenprozessionsspinner
So sieht der Einsatz gegen die Eichenprozessionsspinner aus. FOTO: K. Dieker
Moers. Langsam fährt Schädlingsbekämpfer Ralph Schmidt (46) an den Eichen am Hochzeitswald nahe des Vinner Friedhofs entlang. Aus dem Schwenkarm des Spezialfahrtzeugs wird eine Lösung in die Baumkronen gesprüht, um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners zu verhindern. Von Jana Marquardt

"Die Fünf-Prozent-Lösung enthält ein Biozid mit Margosa-Extrakt, welches aus dem Neemsamen gewonnen wird. Es wird seit Jahren im ökologischen Landbau eingesetzt und ist für Mensch und Tier vollkommen ungefährlich", sagt Ralph Schmidt, der bei der Firma "Calmund & Riemer" in Duisburg-Rheinhausen angestellt ist. An seinem Spezialfahrtzeug befindet sich ein 1000-Liter-Fass, welches mit einem Gebläse verbunden ist, das wiederum das Mittel bis zu 30 Meter hoch in die Baumkronen spritzen kann. Das Biozid enthält einen natürlichen Harz, welches an den Blättern der Eichen haften bleibt und so von den Raupen des Eichenprozessionsspinners gefressen wird. Nachdem diese den Wirkstoff aufgenommen haben, sterben die Raupen innerhalb von zwei bis sieben Tagen ab.

Seit 2009 erfolgt in Moers eine Spritzung zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, dessen Haare für Menschen eine Gefahr darstellen. Bereits im Larvenstadium ist die Raupe stark behaart. Nach der zweiten Häutung bildet er besondere Haare, an denen sich kleine Widerhaken befinden. Diese sind zwei bis drei Zentimeter lang und enthalten das Nesselgift Thaumetoporin, welches allergische Reaktionen wie Fieber, Hautirritationen und eine Bindehautentzündung hervorrufen kann. "Bis die Wirkung des Gifts nachlässt, kann es ein bis zwei Wochen dauern", erklärt Harry Schneider, der als Teamleiter im Bereich Baumpflege und -kontrolle bei der Enni im Einsatz ist und die Insekten genau kennt.

"2008, ein Jahr bevor wir mit dem Spritzen des Biozids begonnen haben, wurden die Nester in den befallenen Bäumen abgeflämmt. Dadurch hatten einige Mitarbeiter mit allergischen Reaktionen zu kämpfen, weil sie mit den Haaren des Eichenprozessionsspinners in Berührung gekommen waren." Da die Behandlung nun vorbeugend zwischen Mitte April und Mitte Mai stattfindet, trete dieses Problem nun nicht mehr auf.

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners soll planmäßig drei Tage in Anspruch nehmen. Dienstag begannen die Arbeiten im Schloss- und Freizeitpark, in der Innenstadt und Vinn. Bei warmen und trockenem Wetter werden die Arbeiten heute in Hülsdonk, Utfort und Repelen fortgeführt. Am Donnerstag sind die Eichen in Kapellen, Vennikel, Holderberg, Schwafheim, Asberg, Meerbeck und Lohmannsheide an der Reihe.

Dieses konsequente Vorgehen seit nun sieben Jahren zeigt laut Enni-Teamleiter Harry Schneider deutlich Erfolge: "In den Vorjahren mussten wir kein Nest nachbehandeln."

Quelle: RP
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