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Moers
Faszinierende Bilder von alten Industrieanlagen

Moers. Mit zwei verschiedenen Fotoausstellungen über ehemalige Industrieanlagen im Ruhrgebiet ist gestern die Besuchssaison des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins im Fördermaschinengebäude der Zechenanlage Rheinpreußen Schacht IV eröffnet worden. Viele Besucher staunten nicht schlecht, dass "Von wegen Alt" - so nennt sich die eine Ausstellung - das genaue Gegenteil von "Kannst du vergessen" bedeuten kann. "Lichtwechsel" heißt dagegen die andere Ausstellung, deren Fotos eine Art Poesie aus Licht und Stahl verkündet. Beide Fotoausstellungen können ohne Eintritt bis 5. Juni jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Von Olaf Reifegerste

Ein Projektteam aus vier Hobbyfotografen, darunter Marianne Hilgert, Beate Roßkothen, Herbert Geisler und Dirk Thomas, das sich seit über 30 Jahren kennt, hatte vor fünf Jahren die Idee, mit Fotografien einmal zeigen zu wollen, dass mitunter das Alte viel interessanter sein kann, als es auf den ersten Blick erscheint. Sie stellten im Laufe der Zeit 100 Bildtafeln zusammen, die alle zwar ein einheitliches Layout aufweisen, doch motivisch und textlich völlig unterschiedlich sind. "Jeder konnte sich sein eigenes Thema zum Motto 'Von wegen Alt' suchen und dieses fotografisch umsetzen und interpretieren", erläuterte Thomas. Ausgehend von der Überlegung "Alles muss neu und jung sein - warum eigentlich?", machte sich das vierköpfige Fotografenteam engagiert an die Arbeit.

Herausgekommen, so Thomas, sei eine bunte Auswahl von Fotos, die sowohl die menschliche als auch die materielle Seite des Ganzen beleuchtet. In manchen Beispielen wollte man ganz einfach nur zeigen, dass ein junger Blick auf unsere Welt keineswegs von fortgeschrittenen Lebensjahren getrübt sein müsse. Und so beschäftigen sich die ausgestellten 16 Bildtafeln mit Inhalten wie "Blick in die Arbeitswelt der Bergleute" oder "Die schwarze Lady von Ibbenbüren" (damit ist eine Dampffördermaschine des Ibbenbürener Bergwerks gemeint) oder "Historischer Eisenbahnpark Niederrhein".

Im Nebenraum ausgestellt findet man 30 farbenprächtige Werke vom Team "Lichtwechsel.Ruhr". Die beiden Fotografen und Lichtkünstler Wolfgang Schubert und Rolf Arno Specht hatten zuletzt mit Ihrer Beleuchtung der Fördertürme auf der Zeche Niederberg für eine eindrucksvolle Kulisse gesorgt. "Der Bergbau ist die historische Klammer, die wir in unseren Fotos abbilden wollen", erläuterte Specht das gemeinsame Anliegen. "Und diese wiederum reichen geografisch von Kamp-Lintfort bis Ahlen und von Haltern bis Sprockhövel."

Schubert ist in Castrop-Rauxel geboren und war, bevor er sich der Fotografie widmete, von 1973 bis 2008 im Bergbau aktiv. Specht stammt aus Marl und arbeitet seit 1980 als Fotograf. "Dort, wo Industrieanlagen, egal ob sie noch aktiv oder nur noch künstlerisch illuminiert sind, auf ihr Umfeld treffen, sieht es häufig so aus, als ob eine außerirdische Beleuchtung eingeschaltet wäre", meint Specht.

Quelle: RP
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