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Moers
Lenny freut sich auf die Schule

Moers: Lenny freut sich auf die Schule
Ein stolzer Junge: Lennard Bongartz geht ab morgen zur Astrid-Lindgren-Schule. FOTO: Dieker Klaus
Moers. Heute und morgen beginnt für rund 830 i-Dötzchen in Moers der sogenannte Ernst des Lebens. Von Lena Goeres

Lennard Bongartz kennt seinen Schulweg schon ganz genau. Hier links abbiegen, dort rechts. Dann wird die Straße überquert, jedoch nicht ohne vorher den Links-rechts-links-Blick über die Straße zu werfen. Nicole Bongartz, die Mutter des Sechsjährigen, erzählt, dass sie mit ihrem Sohn den Schulweg bereits geübt hat. Vorerst möchte sie ihn noch zur Schule begleiten, bis die Sicherheit gegeben ist, dass er es auch alleine schafft.

Für Lenny, wie der Junge genannt werden möchte, beginnt am Donnerstag die Schulzeit. Und damit der Eintritt in eine neue aufregende Welt. Das neue Schulkind geht in die erste Klasse der Astrid-Lindgren-Grundschule in Moers-Scherpenberg. "Ich freu mich sehr auf die Schule", sagt Lenny. "Am meisten freue ich mich auf die Lehrerin." Der Schultornister wurde im April gekauft, und auch der Schreibtisch steht bereits seit Mai in Lennys Zimmer.

Der Abschied von seinen Freunden im Kindergarten Am Pandyck und den Erzieherinnen sei Lenny schwergefallen, berichtet seine Mutter. Doch sei er in den vergangenen zwei Wochen nicht mehr so gerne in den Kindergarten gegangen. "Das war am Ende langweilig", bestätigt auch Lenny. Er ist stolz darauf, jetzt endlich ein Schulkind zu sein.

So wie Lenny geht es auch rund 830 anderen Kindern in Moers. An den insgesamt 16 Grundschulen werden die i-Dötzchen in dieser Woche eingeschult. Klaus Janczyk von der Pressestelle im Rathaus erklärt, dass die Bildungsstätten den Einschulungstag flexibel auf Mittwoch oder Donnerstag legen können. So beginnt an der Astrid-Lindgren-Grundschule der erste Schultag mit 56 Anmeldungen am Donnerstag.

Auch für Nicole Bongartz beginnt als Mutter eine aufregende Zeit. "Man macht sich wieder so seine Gedanken, wie damals beim Eintritt in den Kindergarten. Aber die Gedanken sind unnötig, das läuft irgendwann", erzählt die Mutter von Lenny.

Marijke Neubersch, psychologische Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche in der Rheinischen Akademie für Psychotherapie erklärt, dass der Beginn der Schulzeit eine große Umstellung für viele Kinder ist. Im Kindergarten hatten sie mehr Freiräume. Dort gab es zwar feste Regeln, doch auch viele freie Spielzeiten. In der Schule ändert sich das. Die Jungen und Mädchen müssen für 45 Minuten konzentriert und ruhig am Tisch sitzen. Insgesamt werden sie viel mehr gefordert. Der Schulbeginn sei gleichzusetzen mit dem Einstieg in die Leistungswelt, so Neubersch.

Die erste Klasse sei vor allem dafür da, um die Kinder in der Schule ankommen zu lassen. Die Expertin verdeutlicht, dass die Jungen und Mädchen unterschiedlich lange brauchen, um sich an die neue Situation in der Schule zu gewöhnen: "Manche brauchen nur ein paar Wochen, andere bis zu den Herbstferien, und wieder andere benötigen ein ganzes Schuljahr, um sich in der Schule einzugewöhnen."

In dem ersten Schuljahr wird das Selbstwertgefühl des Kindes stark geprägt. Es bemerkt schnell, ob es im Vergleich zu anderen Mädchen und Jungen Probleme hat, im Unterricht mitzukommen. Daher wäre es ein falsches Verhalten der Eltern, zu starken Druck auf das Kind auszuüben, erklärt Marijke Neubersch. "Durch eine falsche Reaktion der Eltern könnte das Kind weiter gehemmt werden und sich noch weniger zutrauen", betont die psychologische Psychotherapeutin. "Man muss den Kindern Raum geben, um ein gutes Lernklima zu schaffen, Freunde zu finden und sich mit der Lehrerin zu verstehen."

Lenny freut sich auch schon darauf, neue Freunde in der Schule kennenzulernen.

Nur noch bis morgen muss er sich gedulden, dann kann es endlich losgehen.

Quelle: RP
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