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Neuss
Neue Kita schließt Lücke in Allerheiligen

Eröffnung der neuen Kita "Zauberhügel" In Neuss-Allerheiligen
Neuss. Die Neubaugebiete haben viele junge Familien angelockt. Bislang fehlte es aber an ausreichenden Betreuungsplätzen. Die neue Kita hat 125 davon. Auch eine Grundschule wird in Kürze gebaut. Damit wäre die soziale Infrastruktur komplett. Von Susanne Genath

Der Name der neuen Kindertagesstätte in Allerheiligen ist Programm. "Zauberhügel" heißt die Einrichtung an der Horremer Straße. "Auf dem modellierten Hügel kann man ganz toll spielen und singen", sagte Bürgermeister Reiner Breuer bei der offiziellen Eröffnung mit Blick auf die hügelige Gartenlandschaft. Auf der höchsten Erhebung hatten die Kinder den Gästen ein Ständchen vorgetragen. "Indem wir diese Woche auch noch den Bau der neuen Grundschule in Allerheiligen beginnen, geben wir den Kindern und Eltern zusammen mit dieser Kita eine Heimat in Allerheiligen", erklärte Breuer.

In dem neuen Gebäude an der Horremer Straße werden Kinder in sechs Gruppen betreut. Ein Wasserschaden im August erschwerte den Start der Kita "Zauberhügel". FOTO: Andreas woitschützke

Der Bedarf an Betreuungsplätzen in Allerheiligen ist durch die Neubaugebiete stark gestiegen. Viele junge Familien sind in den vergangenen Jahren dorthin gezogen. Eltern hatten sich deshalb seit längerem für mehr Kindergartenplätze und eine eigene Grundschule stark gemacht. Bislang mussten die Kinder nach Rosellen zur St.-Peter-Schule gehen. Nicht nur die Entfernung störte die Eltern, sondern auch die Schülerzahl: St. Peter ist eine der größten Grundschulen in Nordrhein-Westfalen. Die neue Schule ist bereits im August mit zwei Gruppen in einem Provisorium gestartet. Für 5,5 Millionen Euro wird in Kürze ein neues Schulgebäude errichtet. Es soll im Herbst 2016 in Betrieb gehen. Ein Kinder- und Jugendzentrum wurde bereits 2013 eröffnet. So komplettiert sich die soziale Infrastruktur allmählich.

125 Plätze in sechs Gruppen bietet die neue Kita, die dank einer modularen Bauweise in nur vier Monaten hochgezogen wurde. Allerdings war der Start für Kinder, Eltern und Erzieher etwas beschwerlich. "Die Einrichtung ist erst seit zwei Wochen komplett", berichtet Bülent Öztas, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die die Kita im Auftrag der Stadt betreibt. Denn nur eine Woche nach dem Einzug im August hatte ein Rohrbruch Teile des Gebäudes unter Wasser gesetzt. "Kleines Rohr mit ganz großer Wirkung", sagt Öztas. "Dadurch wurde es für alle eng." Doch nun sei der Schaden behoben. Da es sich um einen Baumangel handele, müsse auch nicht die Stadt für die Kosten aufkommen. Die hat in den Neubau 2,8 Millionen Euro investiert.

"Es ist super hier", freut sich Audrey Goebel (37) aus dem Elternbeirat, deren vierjährige Zwillinge an die Horremer Straße gehen. "Wir hatten mit dem Wasserschaden etwas Pech, aber nun sind wir organisatorisch schon gut dabei." Auch Olga Schwarzkopf (27) ist begeistert. Das bisherige Provisorium habe sich zwar nur einen Steinwurf entfernt befunden. "Aber da war es etwas chaotisch. Hier ist es jetzt heller und gemütlicher."

Allerdings fehlt aus Elternsicht noch eine Querungshilfe oder ein Zebrastreifen auf der Horremer Straße. Es handele sich zwar um eine Tempo-30-Zone. Aber sie sei viel befahren und deshalb nur schwer zu überqueren. "Das war vor dem Bau auch zugesagt worden", weiß Kita-Leiterin Angela Müller, die die Elternbeschwerden erreichen. Die 50-Jährige ist daher zuversichtlich, dass die Straßenquerung noch sicherer gestaltet wird. Müller hat zuvor zwei Kindergärten in Linnich bei Düren geführt. "Jetzt ist es eine Herausforderung, so viele Gruppen in einem Neubau zu leiten." Die neue Kita richte sich an Mädchen und Jungen aus Allerheiligen und Rosellen.

Quelle: NGZ
 
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