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Neuss
Neusser Rock 'n' Roller spielt in US-Gefängnis

Neuss. Johnny Yuma will noch in diesem Jahr mit seiner Band Konzerte in den USA spielen. Dabei wandelt er auf den Spuren von Johnny Cash. Von Andreas Buchbauer

Der Anruf kann jeden Tag kommen. "Und dann werde ich sofort alles buchen", sagt Johnny Yuma. Die Flüge, die Unterkunft, die Reiseroute. Der Neusser Musiker möchte sich schließlich einen Traum erfüllen und mit seiner Band Johnny & The Hot Rods in den USA spielen. Und zwar nicht irgendwo, sondern in Sing Sing. Das berühmte staatliche Gefängnis liegt rund 50 Kilometer nördlich von New York City, direkt am Hudson River. Die Planungen für den Gig sind im Grunde abgeschlossen, nur die Terminbestätigung steht noch aus. "Spätestens Ende des Jahres ist es soweit", sagt Johnny Yuma. "Der Kontakt kam über das US-Generalkonsulat zustande."

Konzerte im Gefängnis hat seine Band schon häufiger gegeben - in Köln-Ossendorf zum Beispiel und in Dortmund. Johnny Yuma, der ein Faible für die Musik von Johnny Cash hat, möchte damit auch dem berühmten Vorbild Tribut zollen. Am 13. Januar 1968 trat Cash im Folsom State Prison auf, am 24. Februar 1969 im San Quentin State Prison. Als "At Folsom Prison" und "At San Quentin" wurden die Konzerte in den beiden kalifornischen Gefängnissen als Live-Alben veröffentlicht - und erreichten binnen kürzester Zeit Kultstatus. Der Sound von Johnny Cash, dieser stampfende, wie ein Dampfzug anrollende Beat, zeichnet auch die Songs von Johnny & The Hot Rods aus. Die Band spielt eigene Stücke genauso wie Songs von Cash und anderen Größen.

Seinen Künstlernamen hatte der Neusser irgendwann wett. "The Rebel - Johnny Yuma" ist auch ein Song von Johnny Cash. "Allerdings eher einer der langweiligeren", meint der Frontmann von Johnny & The Hot Rods. Die von 1959 bis 1961 produzierte TV-Serie "The Rebel", die die Geschichte der Hauptfigur Johnny Yuma erzählt, hat es ihm da schon mehr angetan. Popkultur aus den 50er und 60er Jahren - das passt auch in die Zeit, der sich die Band des Neussers annimmt. Johnny & The Hot Rods spielen Rockabilly, wie man ihn aus den Zeiten von Johnny Cash und Carl Perkins kennt. Der in den 1950er Jahren entstandene Musikstil verbindet Rock'n'Roll, Rhythm'n'Blues und Hillbillymusik. Zu den einflussreichsten Vertretern gehören neben Elvis Presley, der als einer der ersten Musiker der Rockabilly-Bewegung gilt, vor allem Bill Haley und Jerry Lee Lewis. Seine Wurzeln hat der Rockabilly in Memphis/Tennessee.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass Johnny Yuma mit seiner Band auch in der US-Stadt, in der sich das legendäre Sun-Studio von Rock'n'Roll-Pionier Sam Philipps befindet, Station machen möchte. Elvis Presley hat dort Platten aufgenommen, Carl Perkins, und natürlich Johnny Cash. "Auch ein Konzert in Memphis ist geplant", sagt Johnny Yuma. "Organisiert wird das von einem Booker aus den USA."

Yuma kann den Anruf mit der Terminbestätigung für das Konzert in Sing Sing kaum erwarten. "Dann können wir auch einen Aufritt in Memphis festmachen. Und natürlich hoffe ich, dass es weitere Möglichkeiten gibt", sagt Johnny Yuma. Zwei Wochen möchte er mit seinen Bandmitgliedern in den USA bleiben - und natürlich viel Rock'n'Roll-Geschichte aufsaugen.

Geplant war der Sing-Sing-Gig schon 2014. Allerdings musste er zunächst verschoben werden. "In diesem Jahr aber ist es endlich soweit", sagt Johnny Yuma.

Quelle: NGZ
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