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Heiligenhaus
Stadt muss mehr Flüchtlinge aufnehmen

Heiligenhaus: Stadt muss mehr Flüchtlinge aufnehmen
40 Flüchtlinge leben derzeit im Haus an der Harzstraße in der Oberilp. Davon sind 12 alleinstehende Männer sowie fünf Familien mit insgesamt elf Kindern. Betreut werden sie von Mitarbeitern der Bergischen Diakonie Aprath. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Zwischenbilanz im Sozialausschuss: So laufen Projekte wie das Wohnmodell an der Harzstraße 9 in der Oberilp. Von Henry Kreilmann

Ende September wurde die Flüchtlingsunterkunft am Sportfeld geschlossen. Diese Landesunterkunft sorgte dafür, dass die Zahl der dort untergebrachten Flüchtlinge der Heiligenhauser Quote angerechnet wurden. Nach der Schließung wird in einem Zeitraum von fünf Monaten diese Quote wieder angeglichen. "Es ist damit zu rechnen, dass wir als Stadt Heiligenhaus in der nächsten Zeit wieder Flüchtlings-Zuweisungen erhalten werden", sagt Jörg Saborni, Fachbereichsleiter Soziales, am Donnerstag dem Ausschuss für Soziales.

Mit welcher Zeit zu rechnen ist, das ist nicht abzusehen. "Aus diversen Gründen, wie dem Abkommen mit der Türkei und der Schließung von Flüchtlingsrouten, ist die Welle an Flüchtlingen abgeebbt. Trotzdem ist der Prozess ein sehr dynamischer", sagt Kämmerer und Sozialdezernent Michael Beck. Die Lage in Heiligenhaus sei entspannt. "Für eine sofortige Belegung stehen uns aktuell 150 Plätze zur Verfügung, 20 weitere können wir innerhalb weniger Wochen zur Verfügung stehen."

Derzeit leben 170 Flüchtlinge in der Stadt. Davon durchlaufen etwa 100 Personen das Asylverfahren, rund 70 Personen sind geduldet, ihre Abschiebung also vorerst ausgesetzt. 52 Personen besuchen Sprach-/Integrationskurse. Insgesamt stehen drei Übergangswohnheime sowie 59 Wohnungen zur Verfügung. Die Wohnungen in der Oberilp werden von der Bergischen Diakonie Aprath betreut. "Aktuell leben 40 Bewohner in dem Haus an der Harzstraße. Davon sind 12 alleinstehende Männer sowie fünf Familien mit insgesamt elf Kindern, die altersgemäß den Kindergarten oder die Schule besuchen", berichtet Betreuer Marc Körschgen.

Unter den Bewohnern seien auch Menschen aus sicheren Herkunftsländern, die eine geringe Aussicht auf ein Bleiberecht haben. "Die Kommunikation untereinander funktioniert sehr gut. Es gibt gegenseitige Hilfestellungen im Umgang mit alltäglichen Herausforderungen", sagt Körschgen, der gemeinsam mit einer Kollegin 33,5 Stunden in der Woche vor Ort ist. "Unser Ziel ist es, dass die Menschen sich eigenständig integrieren können. Dafür arbeiten wir eng mit den Akteuren des Stadtteils, mit Ehrenamtlern und der Stadtverwaltung zusammen." Primärziel sei es, die deutsche Sprache zu vermitteln. Über die Hälfte der Bewohner sprächen kaum oder wenig Deutsch oder Englisch.

VHS-Chef Rüdiger Henseling erklärte, dass man dort eine außergewöhnlich hohe Zahl an Alphabetisierungs- und Sprachkursen anbiete, die sehr gut besucht seien. Außerdem wolle man noch vor Weihnachten mit dem selbst konzipierten Angebot starten, in dem Kinder und deren Mütter im Fokus stünden. Dieses Angebot sei möglich durch Spenden der Stiftung der Kreissparkasse Düsseldorf sowie von Alice Thormählen. Generell sei es schwierig, Menschen ohne Deutschkenntnisse im Arbeitsmarkt unter zu bringen, so Saborni.

Quelle: RP
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