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Remscheid
Alte Schätzchen erzählen Geschichten

Remscheid. Beim Antiquitätenstammtisch im Werkzeugmuseum standen die Erlebnisse mit den Altertümchen im Mittelpunkt. Von Bernd Geisler

Für wahre Liebhaber alter Dinge - "Antiquitäten" - zählt weniger das Alter, denn die Geschichten, die die Eigentümer mit ihnen verbinden. Oder auch die Geheimnisse, die in den Altertümchen selbst verborgen sind. Das war eine Erkenntnis, die sicherlich alle mit nach Hause nahmen, die sich beim ersten Antiquitäten-Stammtisch im Werkzeugmuseum eingefunden hatten. Hans Krielke und Dr. Andreas Wallbrecht hatten dazu eingeladen. "Bringen Sie Ihre schönste, älteste, hässlichste oder kleinste 'Antiquität' mit", hatten sie im Vorfeld aufgefordert. Dabei sollten die Geschichten und Erlebnisse im Vordergrund stehen. Und genau das hatten die 13 Teilnehmer auch befolgt.

Sie zeigten ihre Mitbringsel, und jeder konnte dazu etwas erzählen. Wallbrecht machte "zur Auflockerung" den Anfang. Er ist leidenschaftlicher Sammler alter und neuer Musikinstrumente und ließ eine über 100 Jahre alte Mandoline rundgehen. Er hatte das Instrument 1977 in Hamburg für rund 50 DM gekauft und dann zu Hause verblüfft festgestellt, dass die Mandoline 1913 von einem Italiener gebaut worden war, der 1906 eine Firma gegründet hatte. Der Händler in Hamburg hatte ihm erzählt, dass er wiederum die Mandoline in Berlin erworben hatte. "Wer weiß, wer die Mandoline wo überall gespielt hat", sinnierte Wallbrecht.

Und schon meldete sich eine Dame, die sich erinnerte, dass ihr Vater als reisender Handwerksbursche eine Mandoline mit in seinem Reisebündel getragen hatte. Für jede Mädelbekanntschaft hatte er ein farbiges Band an den Kopf der Mandoline befestigt. Die Dame selbst zeigte ein altes Bügeleisen, das in einem Betonblock versteckt worden war. Da war Rätselraten angesagt. Das Bügeleisen wurde durch einen heiß gemachten eisernen Bolzen erwärmt. Und wie es der Zufall wollte, hatte Hans Krielke so einen Bügeleisenbolzen als Anschauungsmaterial mitgebracht. Interessant war auch ein so genanntes "Räuchermännel" aus dem Erzgebirge, das Dietmar Wächtler mitbrachte. Diese Figur sei altersmäßig "vonne Oma ihre Oma", sagte er. Die Figur war ein Erbstück seiner Tante, deren Schwiegervater als Meister bei der Chemnitzer Firma Wanderer gearbeitet hatte. Zur Weihnachtszeit überreichte damals die Firma jedem ihrer Mitarbeiter als Geschenk so ein Räuchermännel. Darinnen steckten Fünfmarkmünzen. Ferner machten ein Kupferstichalbum, kleine Engelchen, Porzellanteller, ein Schminkgefäß aus Ägypten und natürlich auch allerlei Krimskrams wie Reiseandenken die Runde. Interessant war alles allemal.

Wer allerdings im Stillen darauf gehofft hatte, ein wertvolles Schätzchen mitgebracht zu haben, musste sich mit der damit verbundenen Geschichte begnügen. In vier Wochen gibt's einen neuen Stammtisch.

Quelle: RP
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