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Landtagswahl Nrw

Sven Wolf ist zwar erst 41 Jahre alt, gleichwohl gehört er schon sein halbes Leben lang fest zum Remscheider Politikbetrieb dazu. 1998 trat er mit 22 Jahren in die SPD ein, nur kurze Zeit später fragte ihn das SPD-Urgestein Rolf Laubach, ob er an seiner Stelle für den Rat kandidieren wolle. Wolf sagte Ja und fand sich 1999 als bis dahin jüngstes Mitglied im Remscheider Rat wieder - und das obwohl die SPD bei dieser Wahl gegen die CDU und ihren Spitzenkandidaten Fred Schulz die bitterste Niederlage der letzten Jahrzehnte im "roten" Remscheid erlebte. Weil kaum einer der SPD-Kandidaten seinen Wahlkreis direkt holte und Wolf als Kompensation für seinen fest in CDU-Hand liegenden Wahlbezirk im Remscheider Westen im Vorfeld ein guter Listenplatz zugestanden worden war, war der Neuling plötzlich mit von der Partie.

Zusammen mit dem heutigen Kämmerer und Parteivorsitzenden Sven Wiertz gehört Wolf zu den Talenten der SPD, die früh dazu ausgeguckt waren, Verantwortung zu übernehmen. Wolf tat dies, indem er als Landtagsabgeordneter in die Fußstapfen von Hans Peter Meinecke trat. Später folgte er ihm auch als Fraktionsvorsitzender. Dass der gelernte Jurist mit Spezialisierung auf Insolvenzrecht ausgerechnet als Herausforderer der damaligen NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) 2010 erstmals in den Düsseldorfer Landtag einzog, gehört zu den besonderen Fußnoten seiner Karriere.

Sven Wolf kommt aus einer Familie, die schon lange Politik gemacht hat in Remscheid. Sein Urgroßvater war als Fürsorge-Dezernent für die Stadt aktiv, sein Großvater musste als Mitbegründer der KPD in Remscheid vor den Nationalsozialisten ins Ausland fliehen und kam erst spät wieder in die Heimat zurück. Sein Vater Ernst-Peter war Ratsmitglied, ist jetzt in der BV Alt-Remscheid aktiv. Als wichtigen Einfluss - und auch dass verbindet ihn mit Sven Wiertz - nennt Sven Wolf die frühere Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Die Geschichte, wie Wolf und andere Youngster der SPD in seiner Studentenbude die Gewerkschafterin zu einer Kandidatur gegen Fred Schulz überredeten, gehört zu den Anekdoten, die man sich in der Partei gerne erzählt.

Eine Niederlage kassierte Wolf ausrechnet in der eigenen Partei. Nach dem vorzeitigen Abschied von Beate Wilding (2014) wollte Wolf, der seit seiner Geburt in Vieringhausen wohnt, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD werden. Doch das wollte auch der damalige Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz. Die SPD gönnte sich einen Wahlkampf vor dem Wahlkampf. Wolf unterlag im Mitgliederentscheid - Mast-Weisz wurde OB. Sven Wolf drückt der Fohlenelf aus Mönchengladbach die Daumen, im Stadion oder am Fernseher per Sky-Abo. Er liest gerne und entspannt nach langen Arbeits-Tagen bei einer TV-Serie des Abo-Senders Netflix.

HENNING RÖSER

Quelle: RP
 
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