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Rhein-Kreis Neuss
Chinesen zählen auf Neusser Experten

Rhein-Kreis Neuss: Chinesen zählen auf Neusser Experten
Zhou Diming (l.) und seine Kollegin Lisa Zhang haben mit Detlef Milkereit und Stefan Schmitz (r.) das Europa-Büro des Technologieparks Pinghu in den Räumen der Neusser Außenwirtschaft GmbH eröffnet. FOTO: A. Woitschützke
Rhein-Kreis Neuss. Die Netzwerk Außenwirtschaft GmbH mit Sitz in Neuss vertritt in Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern den Technologiepark Pinghu. Die Verträge wurden jetzt bei einem Besuch einer Delegation aus China unterzeichnet. Von Andreas Buchbauer

Wenn Zhou Diming über seine Heimat spricht, dann sprudelt es nur so aus ihm heraus. "Pinghu und der Rhein-Kreis Neuss haben viele Ähnlichkeiten, auch deshalb ist der Standort Neuss für unser Europa-Büro ideal", sagt der Direktor der "Economic Technological Development Zone" in der 90 Kilometer vor den Toren Shanghais gelegenen Stadt. Allein: Pinghu ist dichter besiedelt und zählt rund 760.000 Einwohner. "Die Industrie ähnelt sich - und auch die metropolnahe Lage", sagt Zhou Diming. Im Rhein-Kreis sind es Köln, Düsseldorf und das Ruhrgebiet, in Pinghu ist es Shanghai.

Gute Voraussetzungen, um eine Partnerschaft zu besiegeln: Die Netzwerk Außenwirtschaft GmbH mit Sitz im Neusser Hammfelddamm wird den Technologiepark Pinghu in Zukunft in Deutschland und den angrenzenden Ländern vertreten. Der Park ist eine Sonderwirtschaftszone auf nationaler Ebene, Branchenschwerpunkte sind die Automobilindustrie, die chemische Industrie, die Textilwirtschaft sowie der Lebensmittelsektor.

Zur Vertragsunterzeichnung mit der Netzwerk Außenwirtschaft GmbH reiste jetzt eine Delegation aus China in die Quirinus-Stadt. Dabei wurden nicht nur die Verträge unterzeichnet. Stefan Schmitz, Geschäftsführer der Netzwerk Außenwirtschaft GmbH, stellte mögliche Partner vor. Bei einem Besuch der Kreiswirtschaftsförderung wurde Unterstützung bei der Kommunikation mit Partnern vereinbart. Wolfram Lasseur, Außenwirtschaftsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, bot den Gästen ein gemeinsames Länderseminar China für das Frühjahr 2017 an. Die Angebote kommen an. Gut aufgenommen habe man sich gefühlt, teilt Zhou Diming mit - eine wichtige Voraussetzung für das künftige Miteinander. "Wir haben einen guten Einblick in den Rhein-Kreis bekommen, auch mit Blick auf die Industrie und die Bedeutung als Logistikstandort", sagt er. Alle drei Monate sollen Vertreter aus Pinghu nach Deutschland reisen.

Ziel der Partnerschaft mit dem Netzwerk Außenwirtschaft ist es, neue Unternehmen für den Technologiepark zu gewinnen. Die Voraussetzungen sind vorhanden: Es gibt genug Flächen, die Anbindung nach Shanghai ist auch dank eines Highspeed-Schnellzuges gut, der Hafen von Pinghu ist ein wichtiger Umschlagplatz.

Der Technologiepark wurde 1996 gegründet und 2013 als nationale Wirtschaftsentwicklungszone genehmigt. Mehr als 1000 Unternehmen sind dort angesiedelt, über 300 davon sind Gesellschaften mit ausschließlich ausländischer Beteiligung (Wholly Foreign Owned Enterprise, kurz: WFOE) - eine bei Investoren in China beliebte Rechtsform.

Jetzt gilt es, den Business-Park in Deutschland bekannter zu machen, Standortmarketing zu betreiben. Das wird eine der zentralen Aufgaben von Stefan Schmitz sein, und er betont, wie reizvoll er sie findet. "In China werden wir exklusiv den Technologiepark in Pinghu betreuen. Er bietet hervorragende Möglichkeiten."

Quelle: NGZ
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