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Rhein-Kreis Neuss
Quer durch Schottland in britischen Kult-Autos

Rhein-Kreis Neuss: Quer durch Schottland in britischen Kult-Autos
Rainer Wendorff, Klaus Herzel und Dietwald Klinge (v.l.) freuen sich auf die zehntägige Tour nach Schottland in ihren Morgan-Autos. FOTO: Lothar Berns
Rhein-Kreis Neuss. Im Rhein-Kreis Neuss und Umgebung gibt es einige Liebhaber der Marke Morgan. Zwölf von ihnen fahren jetzt nach Großbritannien. Von Christian Kandzorra

Autofahren ist nicht gleich Autofahren. Es gibt feine Unterschiede: Viele fahren Auto, weil sie schnell ans Ziel kommen wollen. Es gibt aber auch Fahrer, die ihr Auto ein Stück weit "bändigen" und spüren wollen, dass sie fahren. In "Kategorie zwei" fallen wohl auch die Liebhaber von Modellen der britischen Automarke Morgan. "Ich will beim Fahren hautnah erleben, was ringsum passiert. Und das geht nur, wenn ich das Dach einpacke und praktisch im Freien sitze", erzählt Klaus Herzel. Der 67-Jährige ist ein großer Liebhaber der kompakt und stabil konstruierten Morgan-Karossen - und startet jetzt gemeinsam mit elf anderen Fans der Roadster aus dem Rhein-Kreis und Umgebung zu einer zehntägigen Abenteuer-Tour nach Schottland.

Insgesamt will die Truppe 3500 Kilometer durch die grüne Landschaft zurücklegen. Mit dabei: Rainer Wendorff aus Korschenbroich. Ihm ist - ähnlich wie seinen Morgan-Kollegen - kaum ein Weg zu weit, wenn es darum geht, die noblen Schätzchen ordentlich auszufahren. Italien, Slowenien, Österreich - sämtliche Destinationen standen schon auf dem Plan. Die Autos sollen schließlich nicht die ganze Zeit die Garage hüten, sondern ganz nach britischen Nutzvorstellungen auf der Straße rollen und möglichst viel gefahren werden. Zu der langen Tour, die die Fahrer durch die Niederlanden führt, sind explizit nur Modelle aus dem Hause Morgan zugelassen. "Wir fahren zu zwölft in insgesamt sechs Autos nach Schottland", erzählt Wendorff, der sich mit der Zeit in die zu einem Großteil aus Eschenholz und Aluminium bestehenden Autos verliebt hat. Was viele nicht wissen: Bei den Modellen der Marke Morgan handelt es sich nicht zwingend um Oldtimer. "Die ,Morgan Motor Company' produziert seit Jahrzehnten nach ähnlichen Prinzipien. Geändert hat sich in den vergangenen Jahren, abgesehen von den Motoren kaum, etwas", erzählt Klaus Herzel von der Geschichte des markanten Fahrzeugs. Rund 1000 fertige Autos verlassen pro Jahr das Werk in Malvern, wo die Firma seit 1910 ihren einzigen Produktionssitz hat. Das dürfte einen Teil dazu beigetragen haben, dass die Gefährte - egal welchen Alters - inzwischen gerade in Deutschland Kultstatus erlangt haben. Was für Liebhaber zählt, ist auch der Sport-Faktor. "In den Morgans sind vier- oder sechszylindrige Ford-Motoren verbaut. Bei einem Gewicht von gerade einmal 970 Kilogramm und einer PS-Zahl von 236 kann man innerhalb von knapp fünf Sekunden auf eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde beschleunigen. Das ist ein spitzen Fahrgefühl", sagt Rainer Wendorff. Der 69-Jährige hat auch die Tour nach Schottland geplant.

Das konkrete Ziel: ein Jagdhaus im "Cairngorms National Park". "Dort können wir die Natur genießen", betont Klaus Herzel, aus dessen Sicht das Ein- und Aussteigen in den Morgan "reine Übungssache" ist. Das ist nämlich gar nicht so einfach, weil die Fahrzeuge nicht gerade auf hohen Komfort ausgelegt sind. Es geht rein um den Zweck, weshalb selbst die neuen Modelle nicht mit einer Servo-Lenkung ausgestattet sind. Doch vielleicht ist es gerade das, was die befreundeten Morgan-Fans - alle sind Mitglied im "Morgan-Club Deutschland" - so sehr an ihren Schätzchen reizt und sie dazu bewegt, bis zu 15 größere Ausflüge in andere Länder pro Saison zu starten. "Egal wo wir unterwegs sind: Wir werden immer bewundert. Viele Leute sprechen uns auf unsere Autos an", berichtet Rainer Wendorff, dessen Frau Jutta bei fast jeder Tour auf dem Beifahrersitz Platz nimmt. Sie fahre gerne mit, "wenn auch nur wenig Stauraum fürs Gepäck vorhanden ist."

Quelle: NGZ
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