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Lokalsport
Die HSG Neuss/Düsseldorf ist perfekt

Lokalsport: Die HSG Neuss/Düsseldorf ist perfekt
FOTO: Berns Lothar
Neuss. Mitglieder des Neusser HV stimmen geschlossen für eine Handballspielgemeinschaft mit dem ART Düsseldorf. Von Dirk Sitterle

Jetzt ist es also tatsächlich amtlich: Wie von der Vorstandsriege um Volker Staufert in der Einladung zur außerordentlichen Versammlung gefordert, befürworten die Mitglieder des Neusser Handballvereins (NHV) "die Gründung einer Spielgemeinschaft mit dem Allgemeinen Rather Turnverein 1877/90 Düsseldorf (ART)." Auch der Name steht bereits fest: HSG Neuss/Düsseldorf.

Dass die Abstimmung ganz im Sinne des Führungspersonals ausfallen würde, vermochte freilich nicht sonderlich zu überraschen, denn eine wirkliche Wahl hatten die 70 anwesenden und zur Stimmabgabe berechtigten Mitglieder (von etwas mehr als 300) eigentlich nicht. Schon im Vorfeld der schließlich eindeutigen Abstimmung (ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung) hatte Staufert keinen Zweifel daran gelassen, dass "dieser Weg alternativlos" sei. Ins gleiche Horn stieß Thomas Koblenzer, geschäftsführender Gesellschafter der nhv1 Handball-Spielbetriebs-&Marketing GmbH. Er machte den durchaus skeptischen Mitgliedern klar, "dass wir heute Abend darüber entscheiden, ob wir Leistungshandball in Neuss wollen." Der Sprung über den Rhein sei nötig, "weil wir von der Stadt Neuss, was den Leistungshandball betrifft, gar nichts bekommen. Wir haben die schlechtesten Bedingungen in der 3. Liga. Aber Lösungen, um das zu ändern, sind in Neuss nicht umsetzbar. Die Stadt hat nun mal andere Prioritäten."

Nicht mehr gegeneinander, sondern ab jetzt miteinander: Als Handballspielgemeinschaft wollen der Neusser HV und ART Düsseldorf den Leistungssport in der Region voranbringen. FOTO: Michael Jäger

In der HSG werden zukünftig die männlichen Seniorenmannschaften sowie die männliche A-, B- und C-Jugend zusammengeführt. "Die von den beiden Vereinen paritätisch geführte Spielgemeinschaft stellt jedoch keinen eigenständigen Verein dar", betont Staufert, "die Spieler bleiben Mitglieder des NHV oder des ART." Unterhalb dieser HSG wird es eine Spielbetriebs GmbH geben. Diese kümmert sich um den Spielbetrieb der ersten Mannschaft, der U23 und jeweils der ersten Teams im A-, B- und C-Jugendbereich.

Da die in der kommenden Saison möglichst in der 2. Liga spielenden ersten Herren, die U23 und die A-Jugend (Bundesliga), so Koblenzer, im Wesentlichen nicht mehr im Hammfeld trainieren würden, "werden dort Kapazitäten für den weiblichen Bereich frei." Denn es sei Fakt, sagt Staufert, "dass die Sportinfrastruktur in Neuss für den Handball nicht ausreichend ist. Im weiblichen Bereich gibt es nicht genug Hallen, wo wir Harz verwenden können. Das ist schon wettbewerbsverzerrend, vor allem dann, wenn wie bei der A-Jugend der Aufstieg in die Bundesliga angestrebt wird."

Ein von Christian Hentschel im Auftrag des Vereins erarbeitetes Konzept zur "Steigerung von Qualität und Quantität im Damen- und weiblichen Jugendhandball" sei grundsätzlich horizontal ausgerichtet, fügt er erklärend an. Im Klartext heißt das: Hat der Neusser HV ein bestimmtes Level erreicht - zum Beispiel Nordrhein- oder Oberliga -, sind für die weitere Förderung Kooperationen mit anderen Vereinen ins Auge gefasst. Im Gegensatz dazu spricht Staufert im männlichen Leistungsbereich von vertikalen Kooperationen, die darauf abzielten, "mit unseren Vereinsmitgliedern in den höchstmöglichen Spielklassen vertreten zu sein."

Um darüber hinaus Kinder und Jugendliche nachhaltig für den Handballsport zu begeistern, intensiviert der NHV auch die Kooperationen mit Schulen in Neuss und Umgebung. Federführend für deren Gestaltung und Begleitung ist zukünftig Uwe Klause. Zusätzlich hat Wolfgang Spangenberger, auch international geschätzt für sein ehrenamtliches Engagement rund um den Quirinus-Cup, der an Pfingsten seit mehr als drei Jahrzehnten rund 3000 Nachwuchshandballer an den Rhein lockt, eine Präambel zur Förderung von Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren erstellt.

Quelle: NGZ
 
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