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Marius Zay
"Die schwierigste Saison, seit ich hier bin"

Marius Zay: "Die schwierigste Saison, seit ich hier bin"
Setzt auf Kämpfertypen wie Jeremy Jahn: der Neusser Bundesliga-Teamchef Marius Zay (v.l.). FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Der Teamchef des TC Blau-Weiss Neuss spricht über Aussichten und Probleme, den Rekordmeister in der Tennis-Bundesliga zu halten.

Herr Zay, von der Papierform her warten am Wochenende zwei sehr unterschiedliche Aufgaben in der Tennis-Bundesliga auf den TC Blau-Weiss Neuss: Heute sind Sie beim Deutschen Meister BW Halle zu Gast, am Sonntag bei Aufsteiger BW Aachen. Wie gehen Sie die ersten beiden Auswärtsspiele an?

Marius zay Für uns ist natürlich das Spiel in Aachen das weitaus wichtigere, das wird sich entsprechend auch in der Mannschaftsaufstellung niederschlagen.

Das heißt?

Zay Nach Halle reisen wir mit einem rein deutschen Team. Wenn Jeremy Jahn bis dahin fit ist, was ich noch nicht absehen kann, wird die gleiche Formation auflaufen wie gegen Gladbach.

Was ein ähnliches Ergebnis erwarten lässt.

Zay Das nehmen wir in Kauf. Wir haben in dieser Saison nur die finanziellen Mittel, um uns auf die drei für uns wichtigsten Spiele zu konzentrieren - und das bei BW Aachen ist eines davon. Ob wir mit dieser Taktik richtig liegen, werden wir erst am Saisonende wissen. Ein Sieg am Sonntag würde uns wieder in die Tabelle zurückbringen, deshalb werden wir alles daran setzen, in Aachen mit einer anderen Mannschaft aufzulaufen.

Was heißt das konkret?

Zay Filippo Volandri, Adrian Ungur, Frederik Nielsen und Axel Michon - das ist der Kreis, aus dem ich hoffentlich drei einsetzen kann.

Wovon hängt das ab?

Zay Bei Michon von den Turnieren in Braunschweig und Hamburg, insgesamt davon, wie wir für die anderen Spiele planen und was wir jetzt schon an Geld ausgeben wollen, das uns dann vielleicht später fehlt.

Zum Beispiel, wenn Sie in Aachen verlieren sollten.

Zay Richtig. Dann müssen wir neu nachdenken.

Weil Sie dann versuchen müssen, gegen einen der Klubs zu punkten, die nicht zu den direkten Konkurrenten gezählt werden.

Zay Wiederum richtig. Die Spieler dazu hätten wir durchaus, und im Gegensatz zu anderen Vereinen würden Sie uns auch am Ende der Saison zur Verfügung stehen. Nur wenn wir sie dann einsetzen wollen, haben wir Stand heute keine Möglichkeit dazu. Es sei denn, es gelingt uns, noch neue Sponsoren zu gewinnen oder die vorhandenen zu überzeugen, dass Sie uns ein bisschen mehr geben.

Wie optimistisch sind Sie denn, dass das gelingt?

Zay Wir führen gerade ein paar gute Gespräche. Wie die ausgehen und was die bringen, kann ich noch nicht sagen. Auch dafür wäre ein Erfolg am Sonntag ungeheuer wichtig, denn der würde zeigen, dass wir keineswegs chancenlos sind.

Die Aachener wären ihrerseits mit einem Sieg schon fast gerettet.

Zay Genau, und deshalb fürchte ich, dass sie gegen uns mit genau so einer starken Mannschaft auflaufen wie am Sonntag bei ihrem 5:1-Sieg in Köln.

Hat Sie der überrascht?

Zay Mich hat eher überrascht, mit welcher Mannschaft Köln in seinem ersten Heimspiel aufgelaufen ist. Das soll, wie zu hören ist, in den nächsten Spielen ganz anders aussehen.

Ihre erste Spielzeit als Teamchef hatten Sie sich wahrscheinlich anders vorgestellt?

Zay Als ich gesagt habe, dass ich dieses Amt und die damit verbundene Verantwortung definitiv übernehme, standen diese Rahmenbedingungen ja schon fest. Wir spielen zweifellos die schwierigste Saison, seit ich hier bin. Aber andererseits macht das ja auch den Reiz aus, weshalb ich hier angetreten bin: Wenn du genügend Geld hast, ist es leicht, vielleicht nicht unbedingt Deutscher Meister zu werden, aber auf jeden Fall eine sorgenfreie Saison zu spielen. Wir, und damit meine ich auch die anderen deutschen Spieler bei Blau-Weiss, die ja mehr oder weniger zum Nulltarif auflaufen, wollen beweisen, dass es auch anders geht.

Wobei Sie sich darüber im Klaren sind, was ein Abstieg des TC Blau-Weiss Neuss bedeuten würde?

Zay Klar, sehr wahrscheinlich das Ende des Spitzentennis auf dieser Anlage. Da mache ich mir nichts vor, aber damit beschäftige ich, damit beschäftigen wir uns zur Zeit nicht. Für uns stehen im Moment andere Dinge im Vordergrund. Um so wichtiger ist es aber, dass es uns gelingt, am Sonntag ein Ausrufezeichen zu setzen.

VOLKER KOCH FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: NGZ
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