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Es wird immer enger

Lokalsport: Es wird immer enger
Mitten drin im spannendsten Abstiegskampf aller Zeiten: Bietigheims Torhüter Aron Edvardsson, Dormagens Linkshänder Jo-Gerrit Genz. FOTO: H. Zaunbrecher
Dormagen. Die 2. Handball-Bundesliga erlebt den spannendsten Abstiegskampf aller Zeiten. Die letzten elf Mannschaften trennen nur zehn Punkte. Von Volker Koch

Der Kampf um den Aufstieg in die Handball-Bundesliga scheint nach etwas mehr als der Hälfte der Saison bereits entschieden: Auch wenn die Spitzenteams aus Erlangen, Minden und Coburg nicht immer einen souveränen Eindruck hinterließen, trennen sie nach 23 von 40 Meisterschaftsspielen schon neun beziehungsweise fünf Minuspunkte vom ersten Nicht-Aufstiegsplatz.

Um so heftiger tobt die Schlacht um den Klassenerhalt in der Zweiten Handball-Bundesliga, die in der fünften Spielzeit seit Einführung der Eingleisigkeit den spannendsten Abstiegskampf aller Zeiten erlebt. In den sind mindestens elf der 21 Mannschaften verwickelt - und sollte TuSEM Essen am Freitag sein Heimspiel gegen die HG Saarlouis verlieren, würde der Tabellenzehnte das Dutzend abstiegsgefährdeter Teams voll machen.

So beginnt die Abstiegszone aktuell bei Rang elf, den nach einer Serie von 2:10 Punkten in Folge (zuletzt 25:27 bei Spitzenreiter HC Erlangen) der VfL Bad Schwartau belegt. Mit 20:26 Punkten trennen ihn gerade mal zehn Zähler von Schlusslicht HF Springe, das sich noch lange nicht aufgegeben hat. Beim 21:21 bei der HSG Nordhorn-Lingen - Jannis Fauteck erzielte den Ausgleich drei Sekunden vor Schluss - erkämpfte sich der Neuling seinen ersten Auswärtszähler und holte jetzt 5:11 Punkte aus den letzten acht Spielen. Eine bessere Zwischenbilanz hat von den Kellerkindern derzeit nur die SG Bietigheim - durch den 32:24-Sieg über TuSEM Essen, bei dem der vier Tage zuvor in Dormagen bereits starke isländische Nationaltorhüter Aron Edvardsson eine überragende Leistung zeigte, baute die SG ihre Serie auf 11:5 Punkte aus.

Dank seiner Siege in Schwartau und über Bietigheim sammelte der TSV Bayer Dormagen in den letzten sechs Spielen immerhin 5:7 Punkte - keine schlechte Bilanz, verglichen mit solch atemberaubenden Negativspiralen, wie sie die seit sechs Spielen sieglosen Teams aus Hagen und Rimpar oder der SV Henstedt-Ulzburg aufzuweisen haben, der aus den letzten elf Spielen nur zwei Zähler holte (siehe Info-Kasten).

"Wir sind jetzt dran", sagt Dormagens Trainer Jörg Bohrmann mit Blick auf die Tatsache, dass es zum rettenden 17. Tabellenplatz nur zwei Punkte sind. Die könnte der TSV schon morgen Abend wettmachen, wenn um 20 Uhr die HSG Nordhorn-Lingen im Bayer-Sportcenter gastiert. Für Bohrmann gibt es kein Vertun: "Das sind die Spiele, die wir gewinnen müssen, wenn wir unser Ziel erreichen wollen."

Denn zu den neun Mannschaften, die sich danach noch am Höhenberg vorstellen, gehören die Erstliga-Absteiger HC Erlangen (am 7. Mai) und GWD Minden (am 24. April), die minuspunktgleich die Tabelle anführen und gegen die Siege eher illusorisch sind - auch wenn Minden am Samstag erst durch einen Treffer von Charlie Sjöstrand zwölf Sekunden vor Schluss zu seinem 26:25-Sieg beim TuS Ferndorf (hatte bereits 21:17 geführt) kam und Trainer Frank Carstens hinterher von der "schlechtesten Saisonleistung" sprach.

Da darf eigentlich keines der anderen acht Heimspiele - gegen Nordhorn, Saarlouis, Rimpar, Hagen, Rostock, Essen, Bad Schwartau und Friesenheim - verloren gehen, wollen die Dormagener jene 17 Zähler aufholen, die ihn laut Bohrmanns Rechnung noch zum Happy-end im spannendsten Abstiegskampf aller Zeiten fehlen.

Quelle: NGZ
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