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Unicef
Norfer besucht Flüchtlingslager in Jordanien

Unicef: Norfer besucht Flüchtlingslager in Jordanien
Der Norfer Marc Pauli-Rehm ist nach Jordanien gereist und hat Flüchtlingslager in Zaatari und Asraq besucht. Sicherheitsbedenken hatte er nicht. "Am gefährlichsten fand ich den Straßenverkehr in Amman", sagt er. FOTO: F. Jonat
Neuss. Zweimal 3200 Kilometer Luftlinie hat der Norfer Marc Pauli-Rehm in den vergangenen Tagen zurückgelegt - und Erfahrungen gesammelt, die er ab November in Vorträgen weitergeben möchte.

Fünf Tage verbrachte der 24-Jährige als einer von bundesweit zehn ehrenamtlichen Unicef-Mitarbeitern in Jordanien, um sich dort ein Bild von der Flüchtlingsarbeit zu machen. Unter anderem wurden die beiden Flüchtlingslager in Zaatari - dort sind rund 80.

000 Menschen untergebracht - und in Azraq - mit 54.000 Menschen das zweitgrößte Camp des Landes - besucht. "Unterschiedlicher geht es nicht", sagt Pauli-Rehm. Während sich in Zaatari ein geregeltes Leben entwickelt habe, das trotz der bitteren Erlebnisse von Krieg, Flucht und Vertreibung eine stete Hoffnung erhalte, sei Azraq karg, trist, trostlos. "Als wir auf dieses Lager zufuhren, hatten wir Tränen in den Augen", sagt Pauli-Rehm. "In Zaatari haben die Menschen eine Chance auf Selbstbestimmung.

Dort hat sich eine beinahe städtische Struktur entwickelt, und die Organisationen vor Ort leisten Hilfe zur Selbsthilfe." In Asraq hingegen gebe es deutlich strengere Regeln. Ein Beispiel: Dort sei es im Gegensatz zu Zaatari undenkbar, dass sich die Menschen die Wellblechhütten, in denen sie untergebracht sind, mit etwas Farbe verschönern. Was Pauli-Rehm in Jordanien erlebte, macht ihm jedoch Mut und spornt ihn an, weitere Helfer für die Unterstützung von Unicef zu gewinnen.

"Wir haben vor Ort eine unfassbare Dankbarkeit erfahren. Die Menschen wissen die Hilfe wirklich zu schätzen", betont er. Neben allgemeinen Eindrücken über die Lebensumstände - zum Beispiel mit Blick auf die Wasserversorgung - in den Flüchtlingslagern bekam er vor allem einen guten Einblick in die Arbeit in den sogenannten Makani-Zentren. Dort werden psychosoziale Betreuung sowie informelle Bildungs- und Spielangebote für Kinder und Jugendliche angeboten.

Marc Pauli-Rehm hat in Gesprächen mit Kindern vor Ort erfahren, wie wichtig diese Angebote sind - auch wenn sie neben der Schule nur einen Teil ihrer Zeit abdecken. "Viele Kinder und Jugendliche müssen bereits arbeiten, zum Beispiel als Gemüseverkäufer", sagt er. Die Makani-Zentren würden mit den Arbeitgebern kooperieren, um für die Kinder und Jugendlichen außerhalb der Arbeitszeiten entsprechende Angebote zu schaffen. Auch Flüchtlingsfamilien hat er in Jordanien besucht.

Seine Eindrücke schildert er heute Abend ab 19.30 Uhr in der WDR Lokalzeit Düsseldorf im Fernsehen - und bald in Vorträgen, die er kostenfrei für Unicef anbietet. Er kann unter marc-oliver@rehm-neuss.de kontaktiert werden.

Quelle: NGZ
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