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Rheinberg
Sternsinger trotzen Kälte und Müdigkeit

Rheinberg. Zehn Gruppen zogen vom Pfarrheim St. Peter im Herzen von Rheinberg aus, um den Menschen Neujahrswünsche und Segen in ihr Zuhause zu bringen. In Xanten treten die kleinen Könige heute sogar in der Zirkus-Manege auf. Von Sabine Hannemann

Das Pfarrheim St. Peter im Herzen von Rheinberg war schon früh Treffpunkt für die Sternsinger. Gestern zogen sie in Rheinberg wie in allen Städten und Gemeinden am Niederrhein von Tür zu Tür und belebten eine christliche Tradition, die zum Jahresbeginn gehört. "Wir bringen die Neujahrswünsche und den Segen", hieß es aus der munteren Gruppe, die sich zunächst majestätisch in Schale warf. Das waren lange Gewänder, die aus Kindern und Jugendlichen im Handumdrehen heilige Könige machten. Der Kleiderfundus war entsprechend, jeder Teilnehmer der Sternsingeraktion fand schnell das Passende. Unerlässlich waren gestern warme Handschuhe und die schützenden Mützen, auf die dann die Kronen gesetzt wurden. Lars Kleiner vom Orgateam hatte alle Hände voll zu tun, die königlichen Insignien zu platzieren.

Die Gruppen mit Sternsingern in Begleitung fanden sich nach und nach. Zehn Gruppen waren es zum Schluss, die an den Türen klingelten. Beim diesjährigen Projekt steht das Thema Klimawandel und seine Folgen im Fokus. "Wir hatten dazu ein Vorbereitungstreffen mit einem Film", sagte Pastoralreferent Georg Welp. "Gemeinsam für Gottes Schöpfung - in Kenia und weltweit", so das diesjährige Motto, hinter der sich die christliche Botschaft der Solidarität versteckt. Linda Schmidt (6) ist zum ersten Mal dabei, "weil wir anderen den Kindern eine Freude machen wollen", erklärte sie die Botschaft und ihre Bereitschaft, das Sternsingerteam zu verstärken. Mit von der Partei war ihre Mutter Annette. "Als Kind bin ich selber mitgegangen, so dass ich Linda alles erklären konnte", meinte sie. Kronenträger Paul Eichhorn (12), mittlerweile zum fünften Mal dabei, ergänzte: "Wir helfen den Kindern in Kenia, denen es nicht so gut geht wie uns und sammeln Geld." Das Beispiel der Region Turkana im Nordwesten Kenias steht für die schwerwiegenden Folgen der Veränderungen des Weltklimas, die Mensch und Tier betreffen: Länger werdende Dürreperioden beeinträchtigen das Leben der Menschen, die fast ausschließlich von der Landwirtschaft leben.

Welp ist mit der Zahl der Aktiven zufrieden. "Wir hatten einige Krankheitsfälle", sagte er. Ziel des gestrigen Tages war, alle innerstädtischen Bezirke von St. Peter abzulaufen inklusive Winterswick. "Diese Aktion hat bei uns eine lange Tradition. Vor allem sind wir nicht allein, denn in ganz Deutschland sind die Sternsinger unterwegs", sagte er vor Beginn des Aussendegottesdienstes. Aufregung schwang mit, bevor es dann endgültig losging.

Die Spendendosen, Segenssprüche, Liedheftchen und die Kreide zum Anschreiben des Segensspruches an die Haustür "20 + C + M + B + 17" waren verteilt, der Beutel für die Süßigkeiten war parat. Sarah Henselder (15) und Laura Renkens (14) sind bereits "alte Hasen", die die Gruppen begleiteten. "Ist für einen guten Zweck", erklärten sie. Ihre Erfahrungen waren positiv. "Wir waren damals auch so aufgeregt, als wir bei fremden Leuten klingelten." Auch das gehört dazu. "Manchmal blieben die Türen verschlossen, obwohl die Hausbewohner zu Hause waren. Oder sie lehnten den Segensspruch ab. Damit konnten wir umgehen", erklärten sie.

Die heutige Abendmesse, 18 Uhr, in der St.-Peter-Kirche gestalten alle Sternsinger mit und geben so nochmals ein prächtiges Bild für ihr Engagement ab.

In den Gemeindeteilen der Propsteigemeinde St. Viktor in Xanten sind seit gestern über 200 Kinder und Jugendliche im Gewand der drei Könige unterwegs, die den Segen bringen und die Spenden sammeln. Zum Auftakt fand die traditionelle Dreikönigsmesse im Dom statt.

In Xanten und Vynen laufen die Kinder noch heute; in Obermörmter, Lüttingen, Birten und Wardt sind sie ebenfalls am heutigen Samstag unterwegs. Und in Marienbaum und Mörmter bringen die Kinder auch heute den Segen in die Häuser. Um 9 Uhr ist die Aussegnung der Sternsinger im Kloster Mörmter.

Ein besonderes Erlebnis wartet auf die Xantener Sternsinger heute Nachmittag: Bei der Abschiedsvorstellung des Weihnachtszirkus am Hafen Xanten gegen 17.50 Uhr nach der Pause zieht Kaplan Rothe mit den Sternsingern in die Manege ein. Alle singen dann "Stern über Bethlehem" mit dem Team vom Circus Casselly.

Zudem sind alle Sternsinger am Sonntag, 8. Januar, um 11.30 Uhr in den Dom zur Familienmesse eingeladen.

Quelle: RP
 
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