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Solingen
17-jähriger Sohn von Hanaa S. verhaftet

Solingen: 17-jähriger Sohn von Hanaa S. verhaftet
FOTO: Polizei
Solingen. Der Jugendliche soll bei Ermordung der Mutter mitgeholfen haben. Noch wurde keine Leiche gefunden. Von Martin Oberpriller

Überraschende Wende im Fall der vermissten Hanaa S.: Mehr als ein halbes Jahr nach dem spurlosen Verschwinden der 35-jährigen Solingerin haben Beamte der Wuppertaler Mordkommission jetzt einen der Söhne der Frau verhaftet. Der Zugriff erfolgte bereits am Mittwoch in Düsseldorf, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Der 17-jährige Sohn der sechsfachen Mutter steht im dringenden Verdacht, am Verschwinden seiner Mutter am 21. April dieses Jahres beteiligt gewesen zu sein. Nach Überzeugung der Fahnder soll der Heranwachsende seinem ebenfalls tatverdächtigen Onkel bei der Verschleppung und Ermordung der Frau geholfen haben.

Die Verhaftung vom Mittwoch ist der zweite Zugriff im Fall der vermissten Solingerin. Zuvor war schon der 24-jährige Onkel des jetzt festgenommenen Sohnes in Kroatien gefasst worden. Der Mann, der der Schwager der verschwundenen Irakerin ist, sitzt inzwischen in Deutschland in Untersuchungshaft, schweigt aber bislang - wie sein Neffe - zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Tatsächlich haben die Fahnder keinerlei Hoffnung mehr, die 35-Jährige noch lebend zu finden. Die Experten der Mordkommission gehen davon aus, dass die Solingerin, die zum letzten Mal am Tag ihres Verschwindens vor ihrem Wohnhaus an der Hasselstraße gesehen worden war, bereits kurz nach der Entführung umgebracht wurde.

"Als Motiv nehmen wir an, dass sich die Täter dafür rächen wollten, dass Hanaa S. zuvor ihre Familie verlassen hatte", sagte der zuständige Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt unserer Redaktion. Demnach soll die Familie des verlassenen Ehemanns die Entführung und Ermordung von Hanaa S., geplant und ausgeführt haben.

Die Beamten der Mordkommission vermuten, dass die Leiche der Solingerin später in einem Waldgebiet im Norden Baden-Württembergs vergraben wurde. Bereits im Sommer wurde deshalb ein entsprechendes Areal in der Nähe von Karlsruhe abgesucht - allerdings ohne Erfolg.

Inzwischen gibt es aber eine neue Spur, die ebenfalls wieder nach Süddeutschland führt. So kündigte das Bundeskriminalamt Anfang dieser Woche an, einmal mehr einen Wald im nördlichen Baden-Württemberg nach den sterblichen Überresten von Hanaa S. absuchen zu wollen. Inwieweit diese Suche einen "Erfolg" bringen wird, steht indes noch nicht fest. Die ermittelnden Behörden halten die genaue Lage des Suchgebietes aus ermittlungstaktischen Gründen einstweilen noch geheim.

Quelle: RP
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