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Solingen
BürgerEnergie plant Stromtarif für Firmen

Solingen. Nach zwei Jahren zieht die Genossenschaft eine Bilanz: Die Kooperation mit den SWS wird als "Meilenstein" angesehen. Dem "Bürgerstrom" soll bald ein Angebot für Gewerbetreibende folgen. Ehrenamtler bekamen Nachhaltigkeitspreis. Von Benjamin Dresen

Das ging gut los: Zwei Jahre nach ihrer Gründung und ein Jahr nach ihrer Eintragung hat die Genossenschaft BürgerEnergie Solingen nach eigenem Bekunden schon einiges erreicht. "Ich reibe mir manchmal die Augen, was da passiert", gestand Aufsichtsrat Ralf Schüle bei der Geburtstagsfeier der Genossenschaft in den Güterhallen.

Vor allem in den letzten Monaten ging es Schlag auf Schlag: Erst schloss die Genossen im Oktober den Kooperationsvertrag mit den Stadtwerken Solingen (SWS). "Ein Meilenstein", wie Ralf Schüle betonte. Für die Stadtwerke war nicht der wirtschaftliche Nutzen entscheidend. "Der wesentliche Faktor ist, mit Ihnen im Gespräch zu bleiben", so SWS-Vorstand Andreas Schwarberg.

Anfang Dezember stellten beide Partner ihren "Bürgerstrom" für private Haushalte vor - ein Ökostrom mit regionalem Bezug und bislang 70 Kunden. Im Januar nahm die zweite eigene Photovoltaikanlage der Genossenschaft an der Grundschule Gottlieb-Heinrich-Straße ihren Betrieb auf; die erste steht bei den Technischen Betrieben.

Ende Januar gründeten BürgerEnergie und Stadtwerke die Energie für Solingen GmbH & Co. KG. Damit beteiligen sie sich in der Trianel Erneuerbare Energien GmbH in größerem Maßstab am Bau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen außerhalb Solingens. Jeden Monat klärt zudem der Energiewendestammtisch in Solingen im Mehrgenerationenhaus sowie in Wuppertal über erneuerbare Energien auf. Das Engagement der Ehrenamtlichen erhielt im Februar den Solinger Nachhaltigkeitspreis. "Das ist alles nur möglich durch ganz viele Genossinnen und Genossen", betonte Ralf Schüle. 140 Mitglieder zählt die Genossenschaft im Moment.

Der nächste Schritt soll ein Stromtarif für Gewerbekunden sein, wie Stadtwerke-Prokurist Stefan Ziebs ankündigte. Aus Sicht der Genossenschaft wäre perspektivisch auch ein Gas-Tarif wünschenswert. In fernerer Zukunft könnte eine Beteiligung der Genossenschaft an den Stadtwerken mit eigenem Kapital stehen. Dies wäre laut Aufsichtsrat Schüle die vierte Säule der Genossenschaft, nach den eigenen Photovoltaikanlagen, dem Bürgerstrom und der Beteiligung an Stromerzeugungsanlagen über Trianel Erneuerbare Energien. Eine Beteiligung an den Stadtwerken hatte die Genossenschaft schon bei ihrer Gründung angestrebt. Das Kapitalanlagegesetz verhinderte dies aber vorerst. "Unsere Idee war, mit den Stadtwerken zusammenzuarbeiten, um erneuerbare Energie in Solingen zu pushen", sagt Vorstandssprecherin Ingeborg Friege.

Quelle: RP
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