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Analyse
Gegen Gummersbach gab's den Grundstein

Analyse: Gegen Gummersbach gab's den Grundstein
Am Ende wurde mehr gefeiert beim BHC: Hier jubeln (von links) Max Weiß, Björgvin Gustavsson, Nils Artmann (beide verdeckt), Alexander und Maximilian Hermann, Fabian Gutbrod, Alexander Oelze, Arnor Gunnarsson und Jan Artmann nach dem 27:21-Heimsieg über die HSG Wetzlar. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Saison des Bergischen HC war schwierig, endet aber mit der besten Bundesliga-Platzierung der Vereinsgeschichte. Von Georg Amend

Die dritte Saison in der Handball-Bundesliga in Folge ist für den Bergischen HC nun beendet. Es war eine schwierige Spielzeit, aber das Team von Trainer Sebastian Hinze hat noch Sensationelles daraus gemacht: Abschlussrang zwölf ist die beste Bundesliga-Platzierung der Vereinsgeschichte.

Das war lange Zeit nicht abzusehen gewesen. Mit verletzten beziehungsweise angeschlagenen Spielern ging der BHC in die Saison. Kapitän Viktor Szilágyi (Riss der Plantarfaszie) wurde erst zum siebten Spiel wieder fit und verabschiedete sich bald darauf wieder für Wochen mit einem Achillessehnenanriss in den Krankenstand. Kristian Nippes und Christian Hoße plagten vor Saisonbeginn ebenfalls Blessuren und mussten auch immer mal wieder aussetzen. Die Hermann-Zwillinge Alexander und Maximilian erwischte es zusätzlich immer mal wieder.

Der BHC reagierte zum Einen mit den Nachverpflichtungen von Inal Aflitulin und Maciej Majdzinski für den Rückraum, vor allem war aber Hinze gefragt, immer wieder Lösungen für neue Personalprobleme zu finden. In der längsten Durststrecke der Saison - zwischen Ende September und Anfang Dezember gab es acht Spiele ohne Sieg bei nur einem Unentschieden - schien das nicht aufzugehen, der BHC stand auf einem Abstiegsplatz.

Doch es folgten zwei extrem wichtige Erfolge, die Emotionen freisetzten: Das 31:30 gegen Lemgo am 12. Dezember brachte den ersten Liga-Sieg seit dem 19. September (30:28 gegen Lübbecke), vier Tage später machte das Team mit einem 24:23-Erfolg über Zweitligist Minden die erstmalige Teilnahme am Finalturnier um den nationalen Pokal in Hamburg perfekt.

Dieses war dann Ende April auch ein Highlight der Saison, die zu diesem Zeitpunkt gerade eine Wende erlebte. "Der Turn war für mich Gummersbach", sagte Hinze im Rückblick auf das Rückspiel. Das hatte seine Mannschaft zwar mit 22:23 höchst unglücklich verloren und so die sechste Niederlage in Serie kassiert, aber: "Da haben wir richtig gut gespielt." Der Lohn folgte in Form von zwei Siegen, und nach dem Finalturnier in Hamburg stellte der BHC mit vier Siegen in Folge seine Serie aus der Saison 2013/14 ein. So katapultierte er sich auf Rang zwölf und sorgte dafür, dass der vorzeitige Abstieg des insolventen HSV Handball nie ein Thema wurde. Die Bergischen haben die Klasse sportlich und aus eigener Kraft gehalten.

Mitverantwortlich dafür war in dieser Phase ein lang vermisster Akteur: Fabian Gutbrod feierte in Hamburg sein Comeback nach massiven Patellasehnenproblemen, und auch wenn Alexander Hermann ihn immer wieder glänzend vertreten hatte, wusste nicht nur Hinze: "Guddi tut uns extrem gut. Vorher mussten wir uns jedes Tor hart erarbeiten, jetzt helfen uns seine einfachen Tore in schwierigen Situationen sehr."

Der Trainer ergänzte: "Wir haben uns die Sicherheit in der Winter-Vorbereitung geholt. Da haben wir hart gearbeitet. Und danach haben wir besser gespielt, vor allem besser verteidigt." Abwehrchef Ace Jonovski steigerte sich ebenso wie Torwart Björgvin Gustavsson. Hinze nahm in seine Analyse noch die Nummer zwei, Christopher Rudeck, mit auf: "Unsere Torhüter haben als Gespann mittlerweile bessere Zahlen als wir sie jemals in der Bundesliga hatten." Und so endete die schwierige Saison sehr zufriedenstellend.

Quelle: RP
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