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Solingen
Sprache lernen und Vertrauen gewinnen

Solingen. Bei der großen Abschiedsfeier für die 13 Flüchtlingskinder, die im Kommunalen Integrationszentrum einen Sprachkurs gemacht haben, sieht man nur strahlende Gesichter. Ausgelassen lachen die Kinder, während ihre Eltern bei Kuchen und Salaten an den Tischen sitzen und stolz ihren Nachwuchs beobachten. Von Sandra Grünwald

Bevor die Kinder vorführen, was sie während ihres Sprachkurses gelernt haben, und sich selbst vorstellen, wird getanzt. Auch während der Unterrichtsstunden hat es Claudia Elsner-Overberg immer wieder geschafft, die kleine Rasselbande in Bewegung zu bringen, um den Kopf für das Lernen wieder frei zu bekommen. Heute wird zum Lied der Rumpelwichte getanzt - sehr zur Freude aller Anwesenden. Und dann stellen sich die Kinder vor. Ibrahim macht den Anfang. Schüchtern und verlegen ist er zunächst, als er erklärt: "Ich heiße Ibrahim, ich bin sechs Jahre alt und wohne in Solingen. Ich komme aus Syrien, und im Sommer gehe ich in die Schule. Ich mag Fußballspielen."

Die 13 Kinder aus Syrien, Bulgarien und Italien haben seit März regelmäßig den Unterricht, der vom Förderverein des Kommunalen Integrationszentrums finanziert wurde, besucht. Geleitet hat ihn Dorothee Müller. "Wir haben zuerst ein Namensschild gestaltet", erinnert sie sich. So lernten die Kinder, ihren Namen zu schreiben. Auch hat Dorothee Müller getestet, welche Buchstaben die Kinder schon kennen. "Der erste Satz, den wir gelernt haben, war: Ich heiße ...", verrät sie. Im Laufe der Kursnachmittage wurden die Kinder spielerisch mit der deutschen Sprache vertraut gemacht. Das Alphabet und die Farben wurden ebenso durchgenommen wie die Wochentage. "Die Zahlen konnten sie schon."

Natürlich wurde auch viel gelacht. "Jeder durfte einmal Lehrer spielen", erzählt Müller. Doch so unbeschwert war es nicht von Anfang an, wie Dominika Raczek weiß: "Manche Kinder wollten ohne Eltern nicht hierbleiben". Hier galt es, Ängste zu überwinden und Vertrauen aufzubauen. "Zu Beginn sind die Eltern vor der Tür sitzen geblieben. Dann konnten die Kinder jederzeit nachsehen", erklärt Dominika Raczek. Sie ist für die Koordination der Sprachkurse für Vorschulkinder zuständig und geht davon aus, dass es auch im kommenden Jahr wieder ein solches Angebot geben wird. Dann werden wieder neu eingereiste Kinder, die keinen Kita-Platz bekommen haben, mit der deutschen Sprache vertraut gemacht und auf die Schule vorbereitet werden.

Dorothee Müller würde sehr gerne wieder einen solchen Kurs leiten. "Die Kinder waren so wissbegierig und zuverlässig und die Eltern so interessiert", erzählt sie begeistert: "Dieser Kurs war das Sinnvollste, was ich je gemacht habe."

Quelle: RP
 
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