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Ansichtssache
Zug verspätet - Ersatzbus-Anschluss nicht garantiert

Ansichtssache: Zug verspätet - Ersatzbus-Anschluss nicht garantiert
FOTO: Radtke, Guido
Meinung | Solingen. Abseits der gesperrten Bahnstrecken läuft es besser als noch während der Osterferien. Von Guido Radtke

Die Unzufriedenheit nach der zweiwöchigen Sperrpause in den Osterferien war groß. Von allen Seiten war Kritik auf die Deutsche Bahn und den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eingeprasselt, weil der Schienenersatzverkehr nicht so funktioniert hat, dass er seinen Namen auch verdient gehabt hätte.

Die Bauarbeiten am neuen elektronischen Stellwerk in Wuppertal bedeuten eine Herkulesaufgabe, die dadurch zu einer noch größeren Herausforderung werden, weil die Züge keine einfache Umleitung nehmen können. Der Bereich zwischen Gruiten und Wuppertal-Oberbarmen ist halt ein Nadelöhr. Bis zum 30. August ist es dicht, weil alles angeschlossen werden muss, damit die digitale Technik nach den Sommerferien in Betrieb genommen werden kann. Die Komplettsperrung war die einzige sinnvolle Lösung.

Um ihre Kunden im Öffentlichen Nahverkehr nicht zu verlieren, haben die betroffenen Unternehmen DB Regio, National Express, Abellio und Keolis unter der Federführung des VRR alles daran gesetzt, das Ersatzverkehr-Konzept so gut wie eben nur möglich zu optimieren. Mehr Busse, mehr Fahrer. Weil diese in der Region nicht ausreichend zur Verfügung stehen, kommen sie zwangsläufig aus gesamt Nordrhein-Westfalen. In Zeiten von Navigationssystemen ist es rätselhaft, warum sich ortsfremde Busfahrer immer noch auf ihren Strecken verfahren.

Pendler und Reisende hingegen sollten es in diesen Wochen an allen Umsteigebahnhöfen schaffen, den Weg vom Bahnsteig zu den Bussen des Schienenersatzverkehrs zu finden. So spärlich die Informationen in den Osterferien an manchen Stellen gewesen waren, so überfrachtet an Hinweisen ist nicht nur der Solinger Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn will sich halt nicht noch einmal den Vorwurf gefallen lassen müssen, sie lasse Fahrgäste orientierungslos zurück.

Zweifelsohne: Es läuft abseits der gesperrten Bahnstrecken besser als in den Osterferien. Ein grundlegendes Problem allerdings bleibt ungelöst: Wenn sich ein Zug auch nur um wenige Minuten verspätet, ist der Anschluss keineswegs garantiert. Ersatzbusse warten nicht immer.

Quelle: RP
 
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