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Sportler des Monats
Spagat zwischen Leistungssport und Schule

Sportler des Monats: Spagat zwischen Leistungssport und Schule
Balazs Hutter hat seine guten Leistungen aus dem vergangenen Jahr bestätigt, auch in den vergangenen Wochen und Monaten eilte er von Erfolg zu Erfolg. Höhepunkt des Talents vom ASV Süchteln war die Teilnahme an den Jugend-Europameisterschaften. FOTO: Peter Krippendorf
Viersen. Das Tischtennistalent aus den Reihen des ASV Süchteln hat noch große sportliche Ziele, muss aber auch sein Abitur im Blick halten. Von Andre Piel

Viersen "Zu Beginn des Jahres hatte niemand damit gerechnet, dass ich bei den Jugend-Europameisterschaften mitspielen würde", sagt Balazs Hutter. "Das war schon ein tolles Erlebnis, das Appetit auf mehr macht." Der 17 Jahre alte Abwehrspieler, der für den Regionalliga-Aufsteiger ASV Süchteln an die Tischtennisplatte geht, hat im bisherigen Jahresverlauf zahlreiche Erfolge aneinander gereiht. Höhepunkt war sicherlich die Teilnahme an den Jugend-Europameisterschaften der Jungen, die in Bratislava (Slowakei) über die Bühne gingen. Also Gründe genug für die Sportlerwahl Jury, das Ausnahmetalent zum Sportler des Monats zu machen.

Bei der Europameisterschaft schafft es Hutter bis in die Runde der besten 32 und war damit zweitbester Deutscher. Die Nominierung hatte er sich durch seinen zweiten Platz beim Top-12-Ranglistenturnier der Jungen und der Teilnahme am Viertelfinale der Deutschen Einzelmeisterschaften verdient. Der in Ungarn geborene Gymnasiast hat sich in den letzten Monaten kontinuierlich gesteigert. Er gehört dem C-Kader des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) an und trainiert täglich im Deutschen Tischtennis-Zentrum (DTTZ) in Düsseldorf. Zu seinen Trainingspartnern gehören die Mitglieder des Internats, meistens unter der Leitung von Trainer Sascha Nimtz und Bundestrainer Klaus Schmittinger. Zuletzt arbeitete der Defensivspieler vor allem im taktischen Bereich und an der Verbesserung seiner Angriffsschläge. Das ist auch notwendig, weil Schnitt- und Tempowechsel moderne Abwehrspieler beherrschen müssen. Abwehrspieler, die sich nur auf die Defensive beschränken, hätten gegen das Hochgeschwindigkeitsspiel heutiger Offensivkünstler keine Chance mehr. Hutter erhält über das Lessing-Gymnasium, das 2007 erste Sportschule in Nordrhein-Westfalen wurde, die Freiräume, um das Trainingspensum hoch zu halten. Dies soll auch in seinem letzten Schuljahr so bleiben; wobei der Spagat zwischen Leistungssport und Abitur nicht einfach ist. "Klar will ich einen guten Schulabschluss machen. Aber ich will mich auch wieder für die Europameisterschaften empfehlen."

Balazs Hutter versucht Schule und Tischtennis im Gleichgewicht zu halten. Nach dem Abitur will er sich ein Jahr lang ausschließlich auf seinen Sport konzentrieren. "Ich will sehen, ob ich mit noch mehr Training meine Leistungen weiter steigern kann. Die Entscheidung, wann ich mit einem Studium anfange, werde ich später treffen." Weil er dann wegen seine Alters nicht mehr zum C-Kader gehört, wird er intensiv in der U 23-Fördergruppe unter Cheftrainer Helmut Hampl am DTTZ trainieren. Im (kurzen) Urlaub hat Hutter seinen Tischtennis-Schläger ausnahmsweise gar nicht ausgepackt. Nach der Rückkehr ging aber bereits die Vorbereitung auf das WTTV-Ranglisten-Qualifikationsturnier los, das er vergangene Woche auf dem dritten Platz beendete. Für seine zweite Leidenschaft, das Klavierspielen, fehlte zuletzt die Zeit. Und auch Freundin Marie-Sophie Wiegand sieht er selten. Die spielt zwar auch Tischtennis, aber bei Torpedo Göttingen. Sie gehört zu den hoffnungsvollsten Talenten in Niedersachsen.

Quelle: RP
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