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Wassenberg
Russische Jugendliche genießen Abenteuer Deutschland

Wassenberg: Russische Jugendliche genießen Abenteuer Deutschland
Jugendliche verständigten sich während der deutsch-russischen Begegnung auf dem Jugendzeltplatz Birgelen mit Händen und Füßen oder Dolmetschern. FOTO: JÖRG KNAPPE
Wassenberg. Begegnung zwischen dem Kreis Heinsberg und Arzamas auf dem Jugendzeltplatz in Birgelen. Sport, Spiel und Ausflüge.

Eine Woche voller Spiele, Sportmöglichkeiten und Ausflüge. Begegnungen zwischen Mädchen und Jungen aus dem Kreis Heinsberg und Arzamas in der Russischen Föderation, 500 Kilometer südöstlich von Moskau. Für die Jugendlichen aus Arzamas ist es ein Abenteuer. Die meisten sind zum ersten Mal in Deutschland, sprechen auch die Sprache nicht.

"Wir verständigen uns mit Händen und Füßen. Das hat von Anfang an wunderbar geklappt", verrät Willi Engels, der die von Sparkassenstiftung und der Stiftung für deutsch-russischen Jugendaustausch geförderte Sommerfreizeit seit 19 Jahren organisiert. "Die meisten sprechen Englisch, und einige unserer deutschen Teilnehmer stammen aus Spätaussiedlerfamilien." Heute reisen die 14 Gäste im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ab. Rund 20 Stunden dauert die Heimreise mit Flug ab Düsseldorf und zehnstündiger Busfahrt von Moskau nach Hause. Sie haben viel erlebt. Den Düsseldorfer Rheinturm und die Altstadt besichtigt, im NRW-Landtag MdL Bernd Krückel einen Besuch abgestattet, der eigens seinen Urlaub unterbrach, um seine jungen Gäste zu empfangen. Im Geilenkirchener Rathaus besuchte die quirlige Truppe Bürgermeister Georg Schmitz. Von ihm wollten die Jugendlichen vor allem wissen, wie es ist, wenn man als parteiloser Kandidat für das Amt antritt.

Der Freizeitpark Movie World in Bottrop stand ebenso auf dem Programm wie ein Nachmittag im Wassenberger Hallenbad. Auf dem Jugendzeltplatz des Kreises Heinsberg im Birgelener Wald verbrachten die Mädchen und Jungen eine Ferienwoche miteinander. Der Gegenbesuch in Arzamas ist für 2017 bereits fest eingeplant. "Es war immer mein Traum, einmal nach Deutschland zu kommen", gesteht Valeria Kilyachihina. Die 17-Jährige trägt Turnschuhe und bunte Leggings, wird von allen nur "Lera" gerufen. "Alles ist so sauber, die Häuser haben einen sehr modernen Stil", schwärmt sie. Einer der deutschen Betreuer, Lehrer an der Realschule Ratheim und selbst Spätaussiedler, übersetzt. Ein bisschen Deutsch hat sie in der kurzen Zeit schon gelernt: "Guten Tag, ich heiße Valeria. Danke, bitte."

Eric Schale ist 13 und besucht die Realschule in Geilenkirchen. Zusammen mit seinem Cousin hat er sich für den deutsch-russischen Jugendaustausch angemeldet. Lagerfeuer, Nachtwanderung, das Übernachten im Zelt auf Feldbetten gefallen dem Jungen aus Baesweiler, dessen Eltern ebenfalls Spätaussiedler sind und aus Kasachstan und Tadschikistan kommen. "Das Kommunizieren macht Spaß", sagt Eric, und Valeria verrät ihren nächsten Wunsch: Deutsch lernen.

(DG)
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