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Wermelskirchen
"Das THW ist wie eine zweite Familie"

Wermelskirchen: "Das THW ist wie eine zweite Familie"
Gertrud und Hans-Günther Fitzner haben sich mehr als 40 Jahre beim THW engagiert. "Wir haben fast unser ganzes Leben immer zwei Familien gehabt: die richtige und die THW-Familie", sagen sie. FOTO: Moll/Dörner (Archiv)
Wermelskirchen. Nach 44 Jahren Einsatz für das THW werden Hans-Günther und Gertrud Fitzner in einer Feierstunde verabschiedet. Von Walter Schubert

Gertrud Fitzner (70) holt zwei dicke Ordner. "Das ist unser THW-Familienalbum. Da sind über 40 Jahre drin", sagt sie. Zeitungsausschnitte, Fotos, Berichte über Einsätze und Urkunden erzählen die Geschichte über ihre Arbeit beim Technischen Hilfswerk in Wermelskirchen. "Es war unser gemeinsames Hobby", sagen die beiden. Hans-Günther Fitzner (72) arbeitete als Kraftfahrer und Schirrmeister, seine Frau war Köchin und "die Mutter der Kompanie". "Es war gut, dass wir das zusammen gemacht haben", erzählt Gertrud Fitzner. "Ich kenne Kollegen, deren Ehefrauen nicht immer Verständnis für dieses Ehrenamt haben."

Die beiden lernten sich in Remscheid kennen. Hans-Günther Fitzner kam aus der Niederlausitz, seine Frau stammt ursprünglich aus Oberammergau in Bayern. "Wir sind dann nach Bayern gezogen, doch mit dem Arbeitsplatz für meinen Mann klappte es nicht so gut", sagt Gertrud Fitzner. Also ging es zurück ins Bergische. Von 1967 bis 1972 wohnten sie in Wermelskirchen. 1972 begann auch ihre Arbeit beim damaligen "ZB" (Ziviler Bevölkerungsschutz) in Dabringhausen, aus dem dann das THW hervorging. 1975 wechselten sie zur Ortsgruppe Burscheid, seit 1995 sind sie in Wermelskirchen aktiv. "Alles hat sich um den Dienstplan gedreht. Urlaub und Privatleben mussten dem THW-Einsatz angepasst werden", erinnern sie sich. Klimagipfel 2001 in Königswinter, Elbe-Hochwasser 2002 mit Einsatz in Magdeburg oder der U-Bahn-Einsturz in Köln 2010 - es sind viele Einsätze, die in Erinnerung geblieben sind.

Auch für das THW wird es immer schwieriger, Freiwillige zu finden. Teilweise gibt es Probleme mit dem Arbeitgeber, wenn es um die Freistellung für den Dienst geht. "In Wermelskirchen sind wir aber noch gut aufgestellt", sagt Gertrud Fitzner. Die beiden schwärmen von der guten Gemeinschaft, die THW-Kinder werden sie sicher vermissen, weil "die Gerti so gut kocht". "Es war eine schöne Zeit. Wir haben fast unser ganzes Leben immer zwei Familien gehabt: die richtige und die THW-Familie."

Bis vor Kurzem haben die Fitzners beim THW noch ab und zu geholfen. Alters- und gesundheitsbedingt geht es nun aber nicht mehr. Offizielle verabschiedet werden sie am Samstag in der THW-Unterkunft in Tente.

Quelle: RP
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