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Hamminkeln
Baustelle städtische Internetseite

Hamminkeln. Beim Homepage-Ranking der Grünen liegt die Stadt auf Platz 216. Sie hat sich damit verbessert - und bleibt doch ein Stück weit Baustelle. Denn die Präsenz im Netz ist zu rathauslastig und lässt Themen wie den Tourismus außen vor. Von Thomas Hesse

Die Grünen in NRW haben soeben die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlicht, wie sie die Homepages aller 396 Kommunen in Nordrhein-Westfalen bewerten. Hamminkeln erreichte im Ranking Platz 216. Die Landes-Grünen wollten wissen, wie die Stadt- und Gemeindeverwaltungen die Chancen der Digitalisierung nutzen, um ihre Service-Leistungen für die Bürger zu verbessern. Besonders wichtig waren dabei die Aspekte Bürgerservice, Transparenz, Beteiligung und Barrierefreiheit. Unterstützt wurden die Grünen von Open-Data-Experten. Das Thema passt zur Offensive rund ums Stadtmarketing, die Hamminkeln jetzt starten will und die eine neu ausgerichtete städtische Homepage beinhaltet. Es geht dabei um mehr als Bürgerservice. Weiteres Thema eines Gesprächs von Stadt, den Werbegemeinschaften in den Ortsteilen und der Vereinigung Pro Mittelstand: Praktikumsplätze der Wirtschaft für Flüchtlinge, um einerseits die Integration zu fördern, andererseits auf Arbeitskräftebedarf gezielt zu reagieren.

Bei der Integration in den Arbeitsmarkt stehen auch die Stadt und die mit ihr zusammenarbeitenden Flüchtlingshilfen in der Verantwortung. Dabei geht es um Spracherwerb - für die Arbeitgeber ein wichtiger Aspekt. "Wir flankieren und die Unternehmen bieten eine vernünftige Anzahl von Praktikumsplätzen", sagte Bürgermeister Bernd Romanski. Man wolle auch eine Kartei aufbauen, etwa mit Informationen, über welche Berufe oder Vorkenntnisse Flüchtlinge verfügen, um Stellen gezielt besetzen zu können. Auch die Bleibeperspektive soll ein Kriterium sein. Erprobt habe man dies schon bei der Anmietung und passgenauen Belegung von Privatwohnungen. Auch bei der CDU-MIT, bei der Romanski tags zuvor war, ist es um die Flüchtlingsintegration gegangen. Enger zusammenrücken wollen Werbegemeinschaften und Stadt beim Stadtmarketing. Es soll nun eine Arbeitsgruppe für den Internet-Auftritt und soziale Medien geben. 50 Prozent der Nutzer verweilen 30 Sekunden auf der Hamminkeln-Seite, dann sind sie wieder weg. "Das ist zu wenig. Wir sollten Möglichkeiten zur Vernetzung bieten, etwa zu den Seiten der Marienthaler Abende und anderer Anbieter. Es geht darum, für Kultur und Bildung in der Stadt insgesamt zu werben. Wir wollen auch die touristische Ausrichtung stärken", so Romanski. Da fehlt es trotz vorhandener Hamminkelner Attraktionen bisher am Internet-Angebot. Mit einem Klick soll deshalb der Nutzer eine breite Übersicht über die für Besucher interessanten Seiten vor Ort erhalten. Dies sehen Romanski und die Gewerbetreibenden als aktive Wirtschaftsförderung, an dieser Stelle gebe es noch Luft nach oben.

Das finden die Grünen auch, obwohl sie Hamminkelns Internet-Seite aktuell mit 14 Wertungspunkten gegenüber neun beim letzten Ranking bewertet haben. Für die Art der Ratsinformationen gaben sie die meisten Punkte, der Bürgerservice gefiel. Barrierefreiheit, das Thema Flüchtlinge und der Umfang angebotener Daten kamen ebenfalls gut weg. Vermisst wurden unter anderem Mängelmelder und direkte Beteiligung, etwa beim Bürger-Haushalt. Mit dem Finanzthema kann man nicht die Massen erreichen, wie zum Beispiel der krachend beendete Versuch in Wesel gezeigt hat. Auch Mehrsprachigkeit könnte ein Thema sein. Die Grünen bieten Unterstützung beim Ausbau des Auftritts an. Vielleicht kann Hamminkeln davon profitieren.

Weitere Informationen auf gruene-fraktion-nrw.de/2014-online-check

Quelle: RP
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