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Wesel
Den Griechen mit Partnerschaft helfen

Wesel: Den Griechen mit Partnerschaft helfen
Sigi Ehlert und Antonia Horstmann machen sich für eine Städtepartnerschaft mit Griechenland stark. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Sigi Ehlert regt an, dass Weseler spenden, griechische Erzeugnisse kaufen und die Verwaltung unterstützen sollen. Von Fritz Schubert

Während es auf europäischer Ebene in der Griechenland-Frage um zig Milliarden Euro geht, fehlt dem Otto Normalgriechen schon der Cent. Das lässt Leute wie RP-Leser Sigi Ehlert nicht ruhen. Von immer neuen Hilfsprogrammen hält der Weseler zwar wenig. Auch sieht er für den Übergang Hellas' Heil eher in der Drachme als im Euro. Doch regt er an, aktuell und unmittelbar zu handeln. "Wir als Weseler Bürger können jetzt etwas für die notleidende griechische Bevölkerung aktiv tun", sagt der 75-Jährige. "Wesel sollte sich eine Partnerstadt ähnlicher Größe in Griechenland suchen und der Bevölkerung mit sachlicher Hilfe zur Seite stehen, zum Beispiel mit Medikamenten-Spenden, indem sie griechische Erzeugnisse hier verkauft und den Geschäftsleuten damit hilft, ihre Existenz aufrecht zu erhalten."

Ebenfalls glaubt Ehlert an amtliche Unterstützung. "Die Stadtverwaltung", so sagt er, "könnte mit ihrem Sachverstand beim Aufbau einer funktionierenden Verwaltung und Wirtschaft helfen." Es gäbe sicher auch viele Griechen in Wesel, die dabei mitmachen würden. Ehlert: "Die einfachen Menschen können nichts für die korrupten Politiker, die ihnen über Jahre diese Misere eingebrockt haben. Wir können aber solidarisch sein und ihnen helfen." Ein Beispiel könnte er am Samstag selbst geben. Ehlert ist gerade 75 geworden, hat noch ein paar andere Jubiläen zu feiern und veranstaltet für 50 Gäste eine Radtour. Dabei will er sammeln, wie er es schon öfter gemacht hat. Im vergangenen Jahr zum Beispiel mit der 400-Kilometer-Tagesradtour zugunsten des Medikamentenhilfswerks Medeor (RP berichtete).

Daniel Kunstleben, Erster Beigeordneter der Stadt Wesel, findet die Anliegen Ehlerts grundsätzlich ehrenwert und nachvollziehbar, hat aber wenig Hoffnung, dass sie kurzfristig umgesetzt werden könnten. So sei gerade eine offizielle Städtepartnerschaft eine Sache, "für die sich eine Anbahnung nicht über Nacht ergibt". Sie erwachse in der Regel über bestehende Kontakte von Schulen oder Vereinen. "Eine Partnerschaft braucht eine gute Vorbereitung und Leute, die sie auch leben. Zurzeit wird sie in der Politik auch nicht diskutiert", sagte Daniel Kunstleben. Persönlich glaubt der Erste Beigeordnete, dass Wesel wohl gut damit beraten sei, sich auf die bestehenden Partnerschaften mit Hagerstown (USA), Felixstowe (England), Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und Ketrzyn (Polen), die intensiv gepflegt würden, zu konzentrieren.

Übrigens geht städtische Post an den Verein Griechische Gemeinde Wesel und Umgebung ins Leere. Die Geschäftsführung des Integrationsrates stellt jedenfalls fest, dass die Schreiben unbeantwortet bleiben. Allerdings laufen sie auf dem Postweg auch nicht als unzustellbar zurück, was dafür spräche, dass sie beim Adressaten ankommen.

Quelle: RP
 
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