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Wesel
Figuren-Reihe füllt sich: Der Große Kurfürst ist da

Wesel. An der rekonstruierten Rathaus-Fassade ist Friedrich Wilhelm von Brandenburg eingetroffen. Festliche Übergabe folgt. Von Fritz Schubert

Die Bürgerinitiative und die Bürgerstiftung Historisches Rathaus laufen auf die Vollendung ihres Bauprojektes zu. Seit gestern steht auch die rekonstruierte Skulptur für Friedrich Wilhelm von Brandenburg, den Großen Kürfürsten, wieder an ihrem Platz. Es ist die fünfte der insgesamt sieben Figuren, die mitsamt der spätgotischen Fassade und fast ganz Wesel 1945 zerstört worden waren. Die Übergabe folgt zur Kulturnacht am Samstag, 17. September, durch Bundesbauministerin Barbara Hendricks.

Der Große Kurfürst macht sich gut. Vom Markt aus gesehen flankiert er links die Reihe. Montiert haben ihn die Experten der Firma Bennert aus Klettbach bei Erfurt, die auch wieder den Baldachin in Steinmetzarbeit hergestellt hat. Die Figur selbst ist bei Lehmkuhl in Mülheim aus Steinmehl gegossen worden. Im Frühjahr folgen Rudolf von Habsburg und Dietrich VIII. von Kleve.

Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) ist nicht grundlos ins Mitte des 19. Jahrhunderts erneuerte Figurenprogramm gekommen. Zu sehen ist er so, wie er gesehen werden wollte: als großer, königgleicher Herrscher mit Hermelin im Mantel, kronenartiger Kopfbedeckung und zepterähnliche Stab in seiner rechten Hand. Friedrich Wilhelm hatte einen schweren Start. Zur Zeit der Regierungsübernahme, gegen Ende des 30-jährigen Kriegs, fand er ein verwüstetes Land vor. 1666 kam er in den Besitz Kleves. Er selbst war zwar kein Niederrheiner, aber durch Lehrjahre in den Niederlanden und durch seine Frau Luise von Oranien an Fortschrittlichkeit interessiert. Friedrich Wilhelm gilt als ein Wegbereiter Preußens, begründete mit dem Edikt von Potsdam 1685 auch dessen Toleranz.

Quelle: RP
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