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Wesel
Integrationsrats-Vize denkt an Rücktritt und will Partei gründen

Wesel. Cihan Sarica möchte im November den Weseler Ortsverein des "Bündnis' für Innovation und Gerechtigkeit" (BIG) ins Leben rufen und übt Kritik an der Integrationsrats-Vorsitzenden Halyna Fritz. Von Klaus Nikolei

Cihan Sarica, der stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates, wird voraussichtlich im November den Weseler Ortsverein des "Bündnis' für Innovation und Gerechtigkeit (BIG) gründen (siehe Infobox). Außerdem denkt er laut darüber nach, zeitgleich von seinem Amt im Integrationsrat zurückzutreten. Denn, so erklärte er gestern im RP-Gespräch: "Die Vertreter der Fraktionen tun nichts für die Integration, sondern versuchen nur, gut dazustehen. Es tut sich einfach nichts." Weil er sich aber verstärkt für die Belange der "Menschen aus der Unterschicht", von denen viele ausländische Wurzeln hätten, einsetzen wolle, möchte Sarica seine Kraft in BIG stecken und 2020 für den Rat kandidieren. "Und spätestens dann werde ich die Auflösung des Integrationsrates fordern", kündigt er an. Zehn Gleichgesinnte - gebürtige Türken, Deutsche, Afrikaner und Griechen - habe er bereits für BIG begeistern können, sagt Sarica. Es seien vor allem auch junge Leute, die er ansprechen möchte.

Erfahrung in der Weseler Politik hat Sarica als Mitglied der SPD gesammelt. Im Herbst 2015 hatte der sachkundige Bürger allerdings sein Parteibuch nach gut 15 Jahren zurückgegeben. Begründung: fehlende Wertschätzung.

Scharf kritisiert Sarica im RP-Gespräch die Vorsitzende des Integrationsrates, Halyna Fritz (Grüne). Die aus der Ukraine stammende Frau von Kämmerer Paul-Georg Fritz hatte im Vorfeld der Demonstration zur Lage der Türkei vor zwei Wochen in Köln Menschen mit Migrationshintergrund in Wesel, aber auch darüber hinaus, zu Mäßigung und Besonnenheit aufgerufen. Wie berichtet, hatte sie unter anderem erklärt, dass es nicht sein könne, "dass religiöse und ethnische Minderheiten, wie namentlich Aleviten und Jesiden, aber auch Kurden oder Armenier, sich aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe Anfeindungen oder Diskriminierungen ausgesetzt sehen".

"Sie kennt das türkische Volk nicht. Diese Äußerungen sind für mich nicht akzeptabel. Das ist nicht die Handschrift von Frau Fritz, sondern grüne Politik", kommentiert Sarica.

Statt Angst zu verbreiten, die für Unruhe und Hass sorge, solle sie sich "lieber um die lokale Integrationspolitik kümmern, da hat sie genug zu tun", so Sarica.

Quelle: RP
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