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Xanten
Der Bundestag ist an der Gesamtschule zu Gast

Xanten. 598 Angeordnete mindestens, in dieser Legislaturperiode sogar 630 Männer und Frauen, vier Fraktionen, zahlreiche Aufgaben von der Gesetzgebung über die Entscheidung über den Bundeshaushalt bis hin zur parlamentarischen Kontrolle der Regierung - das ist der Deutsche Bundestag. Vielfach erscheint er als ein politisches Gremium weit weg in Berlin und weit weg von den Menschen, die er eigentlich repräsentieren soll. Eine Wanderausstellung des Bundestages hingegen will die Arbeit der Abgeordneten und ihre Funktion im demokratischen System in alle Teile der Republik bringen. Bis zum Freitag, 12. Mai, ist sie zu Gast in der Gesamtschule Xanten/Sonsbeck. Von Peter Kummer

Die Schautafeln und der Einsatz von Multimedia sind auf Initiative der CDU-Bundestagsabgeordneten Sabine Weiss im Schulzentrum an der Heinrich-Lensing-Straße aufgestellt worden. Zwei Mitarbeiterinnen des Referats Öffentlichkeitsarbeit des Bundestages führen die Besucher durch die Ausstellung, erläutern die parlamentarische Arbeit und beantworten Fragen.

Hauptsächlich sind Schulklassen angemeldet, aber auch andere politisch Interessierte sind willkommen, sich über Aufgaben und Arbeitsweise des Parlaments zu informieren. Ein Multi-Touch-Tisch und ein Computerterminal zeigen Filme und den Internetauftritt des Bundestages.

"Wir leben heute in einer freien und demokratischen Gesellschaft", betonte Politiklehrer Karim Rahman bei der Eröffnung. Das sei nicht selbstverständlich, sondern man müsse stets dafür eintreten, diese Werte für die Menschen zu erhalten. "Auch den Jugendlichen müssen wir den Wert dieser Begriffe immer wieder vermitteln." Da sei die Schule mit gefordert. Sabine Weiß hob die sehr gute Organisation der Schule bei der Vorbereitung der Ausstellung hervor. "Da war sehr viel Herzblut dabei", lobte die Bundestagsabgeordnete. Die demokratische Staatsform sei nicht immer leicht, sei sie "die schwierigste, aber auch die beste", erklärte die Politikerin. Sie beklagte den zunehmenden Rechtspopulismus und -extremismus in Europa. Der Antisemitismus nehme zu. "Hier sind wir alle gefragt." In der Weimarer Republik sei man nicht hart genug gegen solche Entwicklungen vorgegangen.

Abends wurde die Ausstellung eröffnet, doch Monika Scheele-Knight und Katja Reissner, die beiden mitgereisten Mitarbeiter des Bundestages, hatten schon tagsüber die ersten vier Schulklassen durch die Ausstellung geleitet.

"Wir sind nicht parteipolitisch unterwegs", erläutert Katja Reissner, "sondern wir wollen erklären, wie unser politisches System funktioniert." Dabei bleibt allerdings die Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichen Einstellungen und Begriffen wie Reichsbürger nicht außen vor.

Quelle: RP
 
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