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Sonsbeck
Räuber mit der Koboldmaske steht jetzt vor Gericht

Sonsbeck. 23-jähriger aus Mülheim muss sich für sechs Tankstellenüberfälle verantworten. In Sonsbeck hat er 300 Euro erbeutet.

Ein Mann aus Mülheim soll sechs Tankstellen in Sonsbeck, Duisburg, Mülheim und Bergkamen überfallen haben. Jetzt muss er sich wegen schweren Raubes vor dem Duisburger Landgericht verantworten.

Bei den Überfällen hat er immer eine grüne Koboldmaske getragen. Als der Mann die Tankstellen betrat, feuerte er jedes Mal einen Schuss ab und forderte Geld und Zigaretten. Erst nach dem sechsten Überfall konnte er gefasst werden.

Bei den sechs Überfällen wurden insgesamt rund 5000 Euro und mehrere Schachteln Zigaretten geraubt. In Sonsbeck erbeutete er knapp 300 Euro sowie 20 Packungen Zigaretten. Der 23-Jährige räumte die Taten weitgehend ein. Die Opfer müssen deshalb wohl nicht mehr als Zeugen gehört werden.

Ein Polizeibeamter erklärte in der Gerichtsverhandlung detailliert, wie die Ermittler dem Täter auf die Spur gekommen seien. Nach dem Überfall auf eine Tankstelle in Mülheim im März habe man auf den Bildern der Überwachungskamera gesehen, dass ein Opel vorgefahren kam und der Fahrer mit Maske hineinging. Der Mann habe in die Luft geschossen, Geld und Zigaretten gefordert. Bei der ersten Tat seien noch zwei weitere Männer dabei gewesen.

In Sonsbeck sei der Maskierte ähnlich vorgegangen, habe aber hier einen BMW benutzt. Von beiden Fahrzeugen habe man später die Kennzeichen gefunden und festgestellt, dass diese zuvor aus einem Lager des Straßenverkehrsamtes in Mülheim gestohlen worden waren, so der Polizist.

Ein Fall von Tankbetrug, wo ebenfalls ein Wagen mit gefälschten Kennzeichen benutzt worden war, brachte die Ermittler weiter. Man habe nicht nur den Opel, sondern auch den Fahrer, der getankt und nicht bezahlt hatte, gut auf den Bildern der Überwachungskamera erkennen können. Die habe er im Kollegenkreis herumgezeigt. Bald habe sich ein Beamter gemeldet und den Hinweis auf den Angeklagten gegeben. Die Statur habe gepasst, allerdings sei der Kollege sich nicht ganz sicher gewesen.

Nach dem nächsten Überfall mit Koboldmaske positionierten sich die Ermittler einfach vor dem Haus, in dem der Angeklagte wohnte. Etwa zweieinhalb Stunden später kam er angefahren. Die Bekleidung sei die gewesen, die auch beim Überfall getragen hatte. Bei der Wohnungsdurchsuchung habe man dann "alles gefunden, was man als Polizist finden möchte", sagte der Zeuge. Waffe, Maske und Tüten wurden sichergestellt.

Laut Gutachten besteht kein Zweifel, dass die Spuren an der Koboldmaske von dem 23-Jährigen stammen. Außerdem konnte eine Sprachnachricht in seinem Mobiltelefon sichergestellt werden, in der er nach einem Überfall ankündigte: "Ich hab nur Kippen gekriegt, ich mach jetzt den nächsten!"

Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

(BL)